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Q2 2026: Applaus, Applaus!

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Q2 2026: Applaus, Applaus!

Drei Monate, in denen viel los war: Ein Zirkuszelt neben der Schule, eine neue Spielpause-Runde und dazwischen jede Menge Alltag. Bevor ich dir erzähle, was hängengeblieben ist, fang ich mit dem an, was mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat. 

Eigentlich nur Vorteile, aber ich schaffe es trotzdem nicht jeden Tag

Im April habe ich mich mit Freundinnen getroffen, die ich viel zu lange nicht gesehen habe. Bei einem dieser Treffen landeten wir irgendwann bei der Frage: Ist dein Glas eher halb voll oder halb leer? Ich habe eine Freundin, die ganz klar Team halbvoll ist — egal vor welche Herausforderungen das Leben sie stellt. Und ich bewundere das sehr.

Meine Freundin erzählte von einer Sache, die mich richtig geflasht hat. Sie schreibt jeden Tag 10 Dinge auf, die schön waren. Nicht in ein Tagebuch. Sondern in einen Chat. Mit einem Kollegen. Sie schickt ihre 10 Dinge. Er schickt seine.

Und jetzt kommt’s: Die beiden machen das seit 3 Jahren. Jeden einzelnen Tag. Mit so einer Routine kann man doch gar nicht im Team halbleer landen, oder?

Ich musste darüber ziemlich lange nachdenken. Nicht, weil ich die Idee kompliziert finde. Sondern weil sie so einfach ist.
Denn im Alltag passiert ja oft genau das Gegenteil: Wir sehen zuerst das, was nicht geklappt hat. Der Streit am Morgen. Das Genervtsein bei den Hausaufgaben. Der Moment, in dem wir lauter geworden sind, als wir eigentlich wollten.

Aber die schönen Dinge? Die gehen einfach unter, wenn wir ihnen keinen Raum geben.

Deshalb habe ich die Idee natürlich direkt geklaut 😉
Seit dem 20. April schreibe ich auch jeden Abend meine 10 Dinge auf. Mein Buddy ist meine Schwester, und wir haben uns extra einen separaten Chat eingerichtet.

Ich bin ehrlich: Manchmal fällt es mir schwer, die Liste zu füllen. „10 Sachen?! Echt jetzt?“ Aber jedes Mal merke ich: Je länger ich suche, desto mehr finde ich. Das fühlt sich ein bisschen so an, als würde ich mein eigenes Leben wieder freundlicher anschauen. Und natürlich hat es auch einen sehr positiven Nebeneffekt auf die Beziehung zu meiner Schwester.

Chatverlauf in der "Was heute schön war" Gruppe

Aber trotzdem ist es mir noch nicht gelungen, diese Routine wirklich stabil in meinen Tag zu etablieren. Im April habe ich die „Was schön war“-Nachricht 10 Mal verschickt, im Mai 11 Mal und im Juni nur fünf Mal. Verrückt, oder?

Was ist es bloß, das mich davon abhält, dieses wohltuende Ritual täglich anzuwenden?

Bisher habe ich es noch nicht herausgefunden. Falls du dazu einen Impuls hast, teile ihn gerne als Kommentar.

Erste Reihe, großes Staunen: Eine Woche Zirkus

Im Mai war Showtime angesagt. Der Zirkus Rasch gastierte an der Grundschule meiner Kinder. Dieser Zirkus bietet Projektwochen an, und was Artisten, Lehrkräfte und Schüler in einer Woche auf die Beine gestellt haben, war total krass.

Hier mal nur die Hardfacts zum Ablauf: Am Sonntag wurde der Zirkus mit Hilfe einiger Eltern aufgebaut. Von Montag bis Donnerstag fanden jeweils mit einer Kohorte (die Schule ist 4-zügig: montags die A-Klassen, dienstags die B-Klassen usw.) die Proben (am Vormittag), das Schminken (am späten Nachmittag) und die Vorstellung (am Abend) statt. Am Donnerstag nach der letzten Vorstellung wurde der Zirkus wieder mit Elternhilfe abgebaut, und am Freitag war er schon wieder weg.

Zu meiner Überraschung fand ich mich doch ziemlich vorne in der Schlange der Abendkasse wieder, sodass ich tatsächlich einen Platz in der ersten Reihe bekam. Und somit konnte ich die kleinen und großen Artisten ganz genau beobachten.

Ausschnitt aus einer Zirkusmanage, darin steht ein gedeckter Tisch und ein Stuhl. Im Hintergrund sieht man den Namen des Zirkus (Rasch) über dem Eingang für die Artisten.

Zum einen fand ich es sehr berührend zu sehen, wie die Kinder über sich hinausgewachsen sind. Nicht nur meine eigenen. Der Sohn einer Bekannten machte bei der Trapeznummer mit. Eigentlich war ihm das Drumherum zu viel, die ganzen Menschen, alle Augen auf ihn gerichtet, aber die Nummer wollte er wirklich machen. In seinem Blick lag so viel Entschlossenheit, und dann das stolze Grinsen, als alles geklappt hat und laut applaudiert wurde.

Zum anderen war es einfach sehr beeindruckend, Menschen zu beobachten, die genau wissen, was sie tun. Bei jeder Nummer waren 2–4 Artisten aus der Zirkusfamilie in der Manege und unterstützten die Kinder. Natürlich haben sie im Hintergrund die Fäden gezogen. Sie haben sich das Programm ausgedacht (das einen schönen Spannungsbogen hatte), sie haben moderiert, sie wissen, wie Sprünge atemberaubend aussehen, aber im Grunde ungefährlich sind. Sie wissen, wie man die Aufmerksamkeit der Zuschauer lenkt. Sie stemmen den Großteil des Programms und des Drumherums (Kinder schminken, Abendkasse machen, Zuckerwatte verkaufen, Erinnerungsfotos schießen) und strahlen gute Laune aus.

Alles in Allem war das eine wahnsinnig spannende Woche die für meine Familie am Donnerstag ihren grandiosen Höhepunkte hatte (unsere Kinder gehen in die D-Klassen).

Was die neue Spielpause-Runde mir gezeigt hat

Im März und April habe ich Flyer verteilt. Viele, denn viel hilft ja bekanntlich viel 😉. Na ja, eigentlich nicht. Ich habe mir die Frage gestellt, wo sich wohl Eltern, die sich für meinen Elternkurs interessieren könnten, aufhalten. Kita? Kinderarzt? Da ich die Antwort eben noch nicht gefunden habe, habe ich viele Flyer verteilt.

Und tatsächlich haben auch über den Flyer Menschen zu mir gefunden. Und so konnte dann im Mai auch wieder eine neue Runde meines Elternkurses Spielpause stattfinden, in dem Eltern lernen, wie sie über Bindungsspiele wieder leichter in die Verbindung mit ihrem Kind kommen.

Zwar fand die Spielpause in einem kleineren Rahmen, als ursprünglich beim Universum bestellt, statt. Aber dafür war im Kurs die Zusammenarbeit grandios. Und da wusste ich dann auch, dass es sich gelohnt hat, einzelne Kursbausteine nochmal zu überarbeiten und ein komplett neues Workbook zu erstellen.

Was mir Eltern immer wieder zurückmelden ist, dass ihnen der Start beim Spielen schwerfällt. Es wollen ihnen einfach keine Spielideen einfallen. Mit Spielideen helfe ich immer gerne aus, aber nur weil man eine hat, heißt das ja auch nicht gleich, dass sie begeistert angenommen wird. Manchmal braucht es also mehr Ideen, und die gehen auch mir ab und zu aus. So war ich dann auch sehr froh darüber, als wir die Reisespiele von der Maus entdeckt haben. Das sind keine klassischen Spiele, sondern ein Kartenset mit vielen Spielideen. Und durch diese Sammlung von Ideen habe ich nicht nur viele neue Spiele entdeckt, sondern auch „alte“, die ich schon fast vergessen hatte.

Diese Sammlung an Spielideen hat übrigens noch etwas in mir angestoßen: die Frage, welche Spiele eigentlich über die Jahre an mir hängen geblieben sind. Genau darum geht es in meiner Blogparade „3 Spiele, die mich begleiten“ — noch bis zum 2. August kannst du mitmachen und deine eigenen drei Spiele teilen.

Lächelnde Frau im Seitenprofil, streckt einen Arm nach oben und blickt nach oben. Aufschrift: Aufruf zur Blogparade: 3 Spiele, die mich begleiten

Was im 2. Quartal 2026 sonst noch los war

  • Geburtstag in der Kletterhalle
    Zum zweiten Mal haben wir einen Kindergeburtstag in der Kletterhalle gefeiert. So entspannt, ich kann es jedem empfehlen. Noch entspannter wäre es gewesen, hätte ich nicht vergessen, Kuchen und Getränke dazuzubuchen. Zum Glück ließ sich mein Missgeschick beheben, wir mussten dazu nur etwas Wartezeit überbrücken.
  • Stadion-Training beim FC St. Pauli
    Ich war zum ersten Mal in einem “richtigen” Fussballstadion und habe entdeckt, dass der FC St. Pauli schon irgendwie cool ist (auch wenn ich mich für Fussball immer noch nicht erwärmen kann). Wahrscheinlich liegt es daran, dass dieser Verein keine hochpolierte Oberfläche zur Schau trägt und seine Werte (die durchaus zu meinen passen) sichtbar vertritt. 
  • Weiter den Netzwerkmuskel trainiert
    In den vergangenen Monaten konnte ich spannende Kontakte knüpfen und hatte das Glück eine Person aus dem digitalen Netzwerk auch “in echt” zu treffen. Da bin ich dann ja immer etwas aufgeregt, denn manchmal stellt sich heraus, dass die Chemie miteinander doch nicht stimmt. Aber diesmal passte es einfach 😁
  • Lüne-Bühne
    Mittlerweile werde ich ja ganz rührselig, wenn ich Kinder auf einer Bühne sehe. Im Juni war es wieder soweit. An einem Freitagnachmittag hatet jede Klasse einen kleinen musikalischen Auftritt. Ganz besonders verzaubert hat mich die Interpretation von Miras Gefühlsgewitter, dabei gehörte es nicht zu einer der Darbietungen, an denen meine Kinder beteiligt waren. Neben Momenten, die mich berührt haben ging es sehr quirlig zu: Aufgeregte Kinder, stolze (Groß-) Eltern, leckeres Kuchenbuffet und der ein oder andere Schnack mit anderen Eltern. 
  • Gartenidylle
    Nachdem ich im letzten Jahr unserer Thuja-Hecke den Kampf angesagt hatte, gibt es bisher kein großes Gartenprojekt. Dafür stehen die Zeiger auf Genießen: Ich freu mich drüber was wächst und gedeiht, habe einen alten Deckchair aufgearbeitet, in dem sich jetzt wunderbar Lesen lässt, und wir haben häufig Gäste zum Grillen. Kinder springen herum und die Erwachsenen können ganz entspannt klönen.
  • Heiß
    Viele haben sie ja herbeigesehnt: Sonne und hohe Temperaturen nach all dem Regen im Mai. Aber Hitze ist ja wirklich nichts für mich. Gefühlt hat mein Hirn den Dienst eingestellt. Was aber bei Hitze gut funktioniert hat: Ein schattiges Fleckchen suchen und in ein Buch vertiefen.

Was ich im 2. Quartal 2026 gebloggt habe

Gastartikel, die auf meinem Blog erschienen sind:
Wenn dir drinnen alles zu viel wird: Wie Naturerfahrung dein Nervensystem (und das deines Kindes) wieder beruhigt

Status meiner Jahresziele

In meinen Jahresrückblick habe ich mir ein paar Ziele gesetzt. Die Rückblicke werde ich nutzen, um festzuhalten, ob ich am Ball bleibe. 

Wer schreibt hier?

  • Profilbild von Ulrike Wolf

    begleitet Mütter dabei, aus dem Dauerstress des Alltags auszusteigen, ihre eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und echte Verbundenheit im Familienleben zu schaffen. Dabei greift sie auf eigene Erfahrungen als Mutter zweier Kinder, fundierte Coaching-Methoden und ihr Wissen zur Nervensystemregulation zurück.

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