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Neuorientierung nach der Elternzeit: Die 3 ultimativen Schritte zum neuen Job (Tipps einer Business Coach)

Neuorientierung nach der Elternzeit: Die 3 ultimativen Schritte zum neuen Job (Tipps einer Business Coach)

Stolz präsentiere ich den ersten Gastartikel auf meinem Blog! Meine Coaching-Kollegin Heike Bartsch hat ihn geschrieben. Wir haben uns über einen Workshop für Selbständige kennengelernt und waren sofort auf einer Wellenlänge. Besonders was unsere gemeinsame Mission angeht: Menschen helfen, ihre Mitte zu finden – mit gezieltem Coaching und viel Empathie. Da sich unsere Arbeit insbesondere im Hinblick auf berufstätige Mütter wunderbar ergänzt, haben wir beschlossen, einander mit Gastbeiträgen zu unterstützen. 


Die Zeit rast unheimlich – gerade mit Kindern -, und bevor Du zurück in einen Job kehrst, der Dich nicht zufrieden macht oder Du aus dem gleichen Grund den Jobbeginn vor Dir herschiebst, können ein paar Gedanken zur beruflichen Neuorientierung nach Deiner Elternzeit nicht schaden!

Du hast Dich auf das neue Leben mit Deinem Kind eingelassen und es ist viel passiert seit Beginn Deiner Elternzeit: Die Monate oder Jahre haben viele neue Eindrücke und Erfahrungen mit sich
gebracht. Es sind andere Prioritäten entstanden und vielleicht haben sich auch Deine Werte verschoben.

Aber zunehmend kommen auch neue Gedanken auf: Wolltest Du nicht schon immer mal etwas anderes machen, etwas das besser zu Dir passt? Aber ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Dich woanders neu zu bewerben oder gar eine ganz neue Richtung einzuschlagen? Jetzt, wo Du aus dem Job eine Zeit ausgestiegen warst, nicht up-to-date bist? Und was könnten die ersten Schritte sein?

Um diese Fragestellungen rund um den Wiedereinstieg nach der Elternzeit geht es in meinem Artikel, in dem ich Eindrücke und Impulse aus vielen Coachings mit Müttern zusammenfasse.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit ist sinnvoll, wenn
    • sich Deine Prioritäten verändert haben,
    • Du dich spezialisieren möchtest oder
    • Dich auch außerhalb deiner Mutterschaft nach einer sinnstiftenden Tätigkeit sehnst.
  • Im Business-Coaching mit Heike Bartsch führen Dich drei Schritte zur Neuorientierung.
  • Warum lohnt sich das? Weil Du unterm Strich so viel Zeit mit Deinen beruflichen Themen und Kollegen verbringst, das es ziemlich traurig wäre, wenn Dir diese Zeit keine Freude bereitet.

Die angezogene Handbremse


Ich erlebe es immer wieder, dass hochqualifizierte Frauen nach einiger Zeit zu Hause eigentlich wieder arbeiten wollen, aber sich selbst immer wieder ausbremsen. Gut, bei manchen läuft es ideal: der Job aus der Vor-Kinder-Zeit ist immer noch der Traumjob, und die Stelle wurde freigehalten – aber das ist nicht immer so.
Bei vielen Frauen war der Job oft schon vor der Elternzeit nicht (mehr) erfüllend. Die Babypause kam wie gerufen und die Zeit zu Hause war schön und hat auch ordentlich gefordert. Aber dann, langsam keimen die Gedanken.

Ich war so gut, ich kann doch mehr
Ich möchte mich wieder beweisen
Ich würde gerne wieder gemeinsam mit Kollegen an Projekten arbeiten.

Warum dann die angezogene Handbremse?

Dafür gibt es viele Gründe. Oft ist es die Unsicherheit über die neuen Rahmenbedingungen, die Sorge um die Organisation des Familienalltags als ‚working mom‘, die in der Zeit zu Hause natürlich für alle Beteiligten einfacher war. Und es bedeutet erst einmal Aufwand, ein neues Betreuungssystem – und das dazugehörige Backup – zu etablieren. Und außerdem ist schon wieder eine Kinderkrankheit im Anflug…

Aber da sind auch Zweifel, Zweifel an den eigenen Fähigkeiten. Bist Du dem Ganzen noch gewachsen, bist Du noch schnell genug? Die anderen hatten keine Pause, kennen die aktuellen Herausforderungen, neue Systeme… Kannst Du einfach an Deine alte Karriere anknüpfen? Eigentlich warst Du froh, aus dem Unternehmen heraus zu sein? Und wie bewirbst Du Dich jetzt eigentlich, die letzte Bewerbung liegt lange zurück. Dein Lebenslauf bräuchte auch dringend ein Update.

4 gute Gründe für eine Neuorientierung nach der Elternzeit

Die Elternzeit ist eine bedeutende Phase im Leben vieler Mütter & Väter, aber auch eine Gelegenheit den bisherigen Karriereweg zu reflektieren und die Weichen neu zu stellen.

  1. Oftmals ändern sich Prioritäten und Werte verschieben sich während der Elternzeit, was eine Anpassung der beruflichen Ausrichtung erforderlich machen kann. Eine gute strukturierte Neuorientierung kann Dir dabei helfen, persönliche und berufliche Ziele besser zu vereinen, zukünftigen Stress zu reduzieren und eine sinnstiftende Tätigkeit zu finden.
  2. Zudem kann eine Neuorientierung Schwung in die Karriere bringen; denn durch die neuen Erfahrungen und Fähigkeiten aus der Elternzeit kannst Du nicht nur neue Perspektiven und
    Impulse in Deinen Job einbringen. Manchmal sehe ich einen neuen Fokus bei meinen Coachees, der sich auch in Entschlossenheit ausdrückt.
  3. Was ich in dieser Phase bei jungen Müttern oft auch erlebe, dass ein alter Wunsch nach einer Spezialisierung oder Vertiefung von Fähigkeiten in dieser Phase wieder bewusst wird und den Anstoß für die Weiterentwicklung gibt.
  4. Nicht zuletzt ist die berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit auch eine Möglichkeit, die eigene Work-Life-Balance zu verbessern. Ja, richtig gelesen: Viele Eltern erkennen in dieser Phase der oft noch schlafarmen Nächte, wie wichtig es ist, Beruf und Familie in Einklang zu bringen. Eine bewusste Entscheidung für eine Tätigkeit, die sowohl den beruflichen Ambitionen als auch den familiären Bedürfnissen gerecht wird, kann langfristig zu mehr Zufriedenheit und weniger Stress führen. Lies hierzu gerne meinen Blogartikel Mehr Klarheit – weniger Stress.

Daher ist es gut, sich Zeit für die Neuorientierung zu nehmen und diesen Fragen Raum ihren zu geben. Auch Gespräche mit anderen, älteren oder erfahrenen Eltern können wertvolle Impulse liefern.

3 wesentliche Schritte zum neuen Job

Aus meiner Sicht gibt es drei wesentliche Schritte während der Neuorientierung nach der Elternzeit.

Standortbestimmung: Innere Klarheit gewinnen

Was willst Du wirklich?

Das ist die maßgebliche Frage! Und ich stelle immer wieder fest, dass die Beantwortung dieser Frage nach der Elternzeit eine Herausforderung ist. Oft bestimmen familiäre Erwartungen oder auch gesellschaftliche Vorstellungen das Bild meiner Coachees, ohne dass sie sich dessen direkt bewusst sind. Dann ist es zentral, die eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse wieder hervorzuarbeiten (und das ist tatsächlich Arbeit!), da nach langem Hintenanstellen der Zugriff nicht mehr selbstverständlich ist.

Natürlich ist nicht immer Wunschkonzert, und es gibt oft genug Notwendigkeiten, die zu akzeptieren sind. Aber dennoch bin ich der Überzeugung, dass Klarheit über die eigenen Bedürfnisse ein wichtiger Baustein für Zufriedenheit ist – selbst wenn gerade kein Raum für diese ist. Die meisten können besser auf etwas verzichten, wenn sie wissen, dass der Zeitraum begrenzt ist.

Daher – auf geht’s: Erarbeite für Dich und Deine Situation, welche Bedürfnisse Du hast und welche Werte Dir wichtig sind. Die Beantwortung dieser Frage ist oft einer der schwersten Schritte, weshalb Hilfe von außen, neutral und ohne Erwartungen, hilfreich sein kann.

Eigene Fähigkeiten und Kompetenzen neu bewerten

Um sich nach der Elternzeit beruflich neu auszurichten oder zu bewerben, benötigst Du Klarheit über Deine wirklichen Kompetenzen und besonderen Eigenschaften. Dies stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern ist auch relevant für den Abgleich mit Anforderungs- und Aufgabenprofilen von Stellenzeigen.

Jedoch fällt das vielen jungen Müttern außerhalb des Jobs schwer – ich höre so oft die Frage ‚Mensch, kann ich das noch, bin ich noch schnell genug, kann ich mich wieder so fokussieren?‘ und diese Selbstzweifel sind in der Phase mit weniger Bestätigung von außen normal. Um so wichtiger ist, sich und seine Kompetenzen einer neuen Betrachtung und auch Bewertung zu unterziehen.

Das funktioniert prima über die folgenden Fragestellungen, die Du alleine oder auch mit externer Hilfe beantworten kannst:

  • Über welche Kompetenzen, besonderen Eigenschaften und Erfahrungen verfügst Du eigentlich? Hier ist wichtig, einmal um die Ecke zu denken, auch die selbstverständlichen in den Blick zu nehmen, was nach meiner Erfahrung am schwersten fällt.
    Und wenn Du das um die Skills ergänzt, die Du in der Elternzeit auf- und ausgebaut hast, dann entsteht nochmal ein ganz anderer Eindruck!
  • Wo ich ebenfalls viel Begeisterung erlebe ist, die Erinnerungen an Aha-Momente und besondere Erfolge in der bisherigen Karriere. Sich diese bewusst zu machen, sich an das Gefühl zu erinnern und dieses abrufbar zu machen, darin steckt ebenfalls viel Power!
  • Zur Hebung dieser Potentiale ist es hilfreich, auch einen Blick auf die eigenen Blockaden zu werfen, um so belastende Glaubenssätze und Denkmuster zu hinterfragen und loszuwerden. Das ist nach meiner Erfahrung ebenfalls ein Booster bei der eigenen beruflichen Betrachtung und selbstbewussten Neuausrichtung.

Nach einer Zeit, in der sich insbesondere Mütter sehr um das neue Leben im Haus gekümmert und eigene Bedürfnisse zurückgestellt haben, fällt das alles für gewöhnlich schwerer und es braucht vielleicht einen größeren Stups bei den einzelnen Fragen.

  • Dann geht es noch darum, neue Überzeugungen auch in Verhaltensweisen auszudrücken. Wenn Du nun sagst, das kann ich ohne Job ja nicht ausprobieren, muss ich Dir widersprechen: im geschützten Raum eines Coachings simulieren wir Situationen, damit Du neue Denkmuster und Verhaltensweisen ‚trocken üben‘ kannst. Und glaubt mir, es gibt auch im Alltag außerhalb des Jobs genügend Situationen, in denen man neue Verhaltensweisen üben und erfahren kann! Diese können dann in einem anderen Kontext mit viel mehr Selbstverständnis wirken und funktionieren.

Wenn ich mit meinen KlientInnen diese Situationen simuliere und ich sehe, wie das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu wachsen beginnt, ist das jedes Mal ein großartiger Moment!

Möglichkeiten der beruflichen Neuorientierung ausloten

Gestärkt und geklärt im Inneren geht es dann an die äußeren Faktoren. Diese Arbeit unterteile Ich gerne in drei Abschnitte mit diesen beispielhaften Fragen:

  • Bei der inhaltlichen Neuorientierung geht es bspw. darum zu identifizieren:
    Welche Themen und inhaltlichen Aspekte machen Dir Freude und triggern Dein Interesse? An welchen zukünftigen Entwicklungen willst Du teilnehmen?
    Welche Fähigkeiten möchtest Du zukünftig verstärkt einbringen, wodurch bringst Du einen Mehrwert ein?
  • Definiere Deinen zeitlichen und organisatorischen Rahmen, z.B. durch folgende Fragestellungen:
    Wieviel Zeit & Flexibilität benötigst Du, um gut und zufrieden arbeiten zu können oder In welchem Teilzeit-Rahmen ist Deine angestrebte Tätigkeit machbar und sinnvoll?
    Diese und viele andere Fragen machen den äußeren Rahmen der Jobsuche aus. Auch muss
    hier ein Realitätscheck erfolgen, und zur Wahrheit gehört nach m. E. auch, dass Unternehmen manche Stellen eben nicht in Teilzeit ausschreiben.
  • Weiterbildung und Vertiefungen:
    Manchmal begegnet mir bei meinen Coachees der schon lange hintenangestellte Wunsch nach
    Ausbau von Wissen oder nach Erlernen neuer Kompetenzen. In anderen Fällen erlebe ich aber auch, dass die konkrete Job-Recherche erst ergibt, dass zusätzliche Fähigkeiten das Profil schärfen würden. Und hierfür gibt es mittlerweile unglaublich viele gute Online-Angebote und Zertifikatskurse, wie mir Coachees auf den letzten Metern der Elternzeit berichten. Teilweise werden diese sogar gefördert, informieren kannst Du Dich u.a. hier.
  • Der Vollständigkeit halber erwähne ich auch die Option einer möglichen Selbständigkeit. Neben den bereits genannten Aspekten zum vorstellbaren inhaltlichen & zeitlichen Arbeitsrahmen kommen hier noch weitere Faktoren wie z.B. Geschäftsidee, Umgang mit Unsicherheit sowie finanzielle Erwägungen hinzu.

Keine Angst vor Veränderung nach der Elternzeit!

Zusammengefasst möchte ich Euch ermutigen, Euch für Eure Neuorientierung nach der Elternzeit hinzusetzen und eine Standortbestimmung vorzunehmen. Diese sollte sowohl die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen, wie auch eine Inventur der Kompetenzen und besondere Fähigkeiten enthalten. Hilfreich ist manchmal auch ein Blick auf hindernde Glaubenssätze, um ins Handeln zu kommen. Hieran schließt sich dann die Recherche an, was zu Dir und dem ermittelten Rahmen passt.

Zugegeben, es kostet etwas Zeit und Überwindung, sich diese Gedanken strukturiert zu machen, aber es lohnt sich! Und mit dieser Vorbereitung fällt nicht nur das Bewerben nach der Elternzeit, sondern auch der Jobwechsel nach der Elternzeit leichter!

Melde Dich gerne, wenn Du professionelle Unterstützung bei der Neuausrichtung nach der Elternzeit benötigst.

Mein nächster Artikel wird sich mit der Frage „Welcher Job passt zu mir?“ beschäftigen. Sehr lesenswert, wenn Du schon weißt, dass sich nach der Elternzeit etwas im Job verändern soll.

Wer schreibt hier?

  • Heike Bartsch

    ist Business- und Karriere-Coach, Ökonomin und Mutter von zwei Kindern.

    Schon während ihrer Zeit in der Finanzbranche hat sie sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie beruflicher Erfolg und Zufriedenheit im Job zusammenspielen. Heute unterstützt Heike Fach- und Führungskräfte dabei, ihre Klarheit und Stärken wiederzuentdecken und sich authentisch zu positionieren – ob in Bewerbungsprozessen oder bei beruflicher Neuorientierung.

    Ihre Klienten erleben sie als wertschätzende Sparringspartnerin mit klarem Blick für Potenziale, Empathie und Humor. Heike coacht sowohl online als auch vor Ort in Unternehmen und in ihrer Essener Coaching-Werkstatt.

    Website

Kommentare

Ein Kommentar zu „Neuorientierung nach der Elternzeit: Die 3 ultimativen Schritte zum neuen Job (Tipps einer Business Coach)“

  1. […] Zum Thema „Berufliche Neuorientierung nach der Elternzeit“ habe ich einen Gastartikel für den Blog meiner Kollegin verfasst. Wenn Dich das interessiert, schaue gerne bei ihr vorbei: Ulrike Wolf  […]

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