
Irgendwann merkst du, dass Erschöpfung nicht einfach verschwindet, wenn du eine Nacht gut schläfst. Dass Gereiztheit wiederkommt, egal wie oft du tief durchatmest. Dass da etwas ist, das sich nicht wegorganisieren lässt. Meistens steckt dahinter ein unerfülltes Bedürfnis. Ein Bedürfnis ist weit mehr als etwas zu wollen…

Irgendwann zwischen dem Trinken des dritten Kaffees und dem Lesen der fünften Email fällt er dir auf — ein Gedanke, der kurz auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Ich würde so gerne mal wieder… Und schon ist er wieder weg, weil das Leben dich weiterzieht. Aber dieser Gedanke war kein Zufall…

Als meine Kinder klein waren, habe ich wirklich viel Zeit auf Fußböden verbracht. Meine Hosen waren an den Knien schon nach wenigen Wochen durchgescheuert. Aber so wirklich genossen habe ich das Spielen anfangs nicht.

Morgens, kurz vor halb acht. Wir haben gefrühstückt. Die Brotdosen sind gepackt und in den Rucksäcken verstaut. Nun stoben wir auf unser Nadelöhr zu – den Flur. Gemeinsames Anziehen. Alle müssen los. Die Kinder zum Bus, ich zur Arbeit. Auf dem Weg dorthin die zweite oder dritte Geschwisterkabbelei. Wer ist zuerst im Flur?Wer hat zuerst…

Der Alltag mit Kindern ist manchmal einfach nur anstrengend. Was wäre, wenn ich dir sage, dass du nicht noch konsequenter, geduldiger oder erklärender sein musst? Was, wenn der Schlüssel nicht im „Mehr Erziehen“, sondern im Mehr Verbinden liegt?

Du kommst nach Hause, hast eigentlich nur noch ein Ziel: kurz durchatmen. Doch dein Kind hat ganz andere Pläne. Die Jacke fliegt in die Ecke, die Schuhe gleich hinterher, und als du darum bittest, sie aufzuheben, kommt ein lautes „Mach selber!“ zurück.

Es gab eine Zeit, da habe ich einfach funktioniert. Der Wecker klingelte, ich stand auf, machte Frühstück, füllte Brotdosen, organisierte, tröstete, dachte mit. Mit dem Kopf immer schon beim nächsten Thema, während ich innerlich noch gar nicht richtig da war. Meine Tage waren dicht getaktet. Und irgendwo zwischen Familie, To-do-Listen und Erwartungen habe ich mich…

Du willst eigentlich nur in Ruhe frühstücken. Aber während Kind 1 im Pyjama durchs Wohnzimmer turnt, weil die Hose „zu kratzig“ ist, hat Kind 2 beschlossen, dass heute ein super Tag ist, um die Cornflakes über den Küchenboden zu verteilen. Du atmest tief durch, versuchst, die Fassung zu bewahren.

Nachmittags auf dem Weg von der Kita nach Hause. Plötzlich ging gar nichts mehr. Mein Kind schrie, warf sich auf den Boden, strampelte, tobte.