Dieser Artikel ist im Rahmen von Nicole Tonolis Blogparade: Wann hast du zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht? entstanden.
Als ich Nicoles Frage gelesen habe, wusste ich sofort: Da will ich mitmachen.
Und dann saß ich da. Und mir fiel partout nichts ein.
Anscheinend hatte ich dieses Jahr einfach noch nichts wirklich Neues gemacht. Irgendeine alte Kamelle wollte ich aber auch nicht aufwärmen, nur damit ich überhaupt was zu erzählen habe.
Und dann kam es zu einem spontanen Kurzurlaub mit meinen Kindern bei meiner Schwester. Und an einem einzigen Tag kamen gleich drei erste Male zusammen.
Wenn niemand sonst fahren will
Ich mag Aufgabenteilung. Es gibt Bereiche im Leben, mit denen will ich mich einfach nicht beschäftigen, und dann bin ich sehr froh darüber, wenn mir jemand die Sache abnimmt. Ein solcher Bereich ist das Auto: Versicherung, Werkstatt, TÜV, waschen und ja, auch das Fahren. Zwar kann ich Auto fahren, aber es gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Wenn ich es vermeiden kann, weil irgendjemand anderes da mehr Lust drauf hat, dann trete ich gern einen Schritt zurück und lass die anderen machen. In diesem Sommer sollte es aber anders sein, weil niemand da war, der in die erste Reihe hätte treten können.
Ich war mit meinen Kindern in einem spontanen Kurzurlaub. Wir besuchten meine Schwester, die in Ostseenähe wohnt. An einem Tag wollten wir in einer größeren Gruppe einen Ausflug machen, und dafür brauchten wir ein zweites Auto. Da ich selbst mit den Kindern mit dem Zug angereist war, war schnell klar: Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben ein Auto mieten.
Mein erster Mietwagen und ein paar Schreckmomente
Als ich dann früh morgens mit dem Bus zur Abholstation fuhr, war ich schon ein kleines bisschen aufgeregt. Dieses ganze Prozedere habe ich bisher nie selbst gemacht, sondern bin immer als Zuschauerin an der Seite gestanden. Aber ein Auto zu mieten kann ja kein Hexenwerk sein, also: einfach machen.
Und als ich dann am Schalter stand und mein Gegenüber fragte, warum ich denn noch nicht den Online-Check-in gemacht habe, wurde ich ein paar Zentimeter kleiner. „Habe ich ja versucht, aber das klappte nicht.“ „Na, kein Problem, dann machen wir das jetzt. Und beim nächsten Mal laden Sie sich die App herunter, dann geht das einfacher.“ Ich lächelte erleichtert.
Dann der nächste Schreckmoment, als ich nach einem gültigen Führerschein gefragt wurde und mir siedend heiß einfiel: Mist, der ist ja schon so asbach-uralt. Ich muss den doch irgendwann umtauschen… „Sie glauben ja gar nicht, wie viele Leute ich schon wieder wegschicken musste, weil sie einfach vergessen hatten, sich einen neuen Führerschein zu holen.“ Mit meinem war wohl alles noch okay, denn im weiteren Verlauf bestätigte der Mitarbeiter meine Mietdaten und erwähnte, dass er ein schönes kostenfreies Upgrade für mich hätte, da ich den Wagen ja bereits am Abend wieder zurückbringen wollte.
Ich habe das erst gar nicht richtig realisiert, denn ob ich jetzt einen VW Golf oder einen VW T-Roc fahre, ist mir tatsächlich Jacke wie Hose. Hauptsache, das Ding hat vier Räder und bringt uns dahin, wo wir hinwollen.
Übergabe ganz ohne Hickhack
Ich nahm den Kassenzettel, auf dem ein PIN stand, entgegen und verabschiedete mich. Mit dem PIN konnte ich mir am Automaten den Schlüssel abholen und suchte dann das Auto auf dem Parkplatz. Und zwar ganz ohne dieses Übergabe-Hickhack-Schäden-Protokollieren, das ich noch von früheren Mietauto-Erlebnissen mit meinem Mann in Erinnerung habe.
Erfreut stellte ich fest, dass mit dem Upgrade auch ein Navigationsgerät im Auto vorhanden war. Es hat nur eine Weile gedauert, bis ich dem Navigationsgerät vermitteln konnte, wo ich hin will. Irgendein schlauer Mensch hat sich wohl gedacht, dass es eine gute Sache wäre, die Stadtteile in die Ortsbezeichnung aufzunehmen. Und wenn dann zufällig die Stadtmitte angegeben ist, findet das Navi die Straßen, die zu einem anderen Stadtteil gehören, nicht. Ist ja vollkommen logisch, oder? Hat auch nur drei Eingabeversuche meinerseits gedauert, bis ich das herausgefunden habe.
Schließlich war das vorläufige Ziel eingegeben, und ich konnte losfahren. Nach der Navi-Aktion war ich sehr froh darüber, dass sich Schaltung, Pedale, Blinker und Lenkrad an den gewohnten Stellen befanden und auch wie erwartet bedient werden wollten.
Moment mal, das ist ja ein Cabrio!
Und als ich an der ersten Ampel stand, sickerte die Erkenntnis langsam durch. Ich habe hier nicht nur ein Auto mit vier Rädern. Ich sitze in einem Cabrio – zum ersten Mal in meinem Leben. Und wir machen gleich einen Ausflug zum Strand. Wie cool ist das denn?
Bei meiner Schwester angekommen, war dann auch schnell klar, dass alle Kinder bei mir im Cabrio mitfahren werden. Also wurden die Kindersitze eingebaut und das Verdeck getestet. Ich kam mir ein bisschen vor wie der Tod in „Sophia, der Tod und ich“ – der voller Begeisterung die automatischen Türen im ICE ausprobiert: auf-zu-auf-zu-auf-zu.
Strand, Familientreffen und ein Regenschauer
Das Wetter war auf unserer Seite. Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir über den Darß direkt zum Strand. Und das war schon ein ziemlich cooles Gefühl.

Nach dem Strandbesuch fuhren wir noch weiter zum Grillbuffet von Meine Landfreu.de – und das war im Grunde ein Familientreffen. Denn den Onlinevertrieb für regionale Produkte aus Mecklenburg-Vorpommern hat meine Cousine aufgebaut. Mittlerweile sind sie nicht nur online und auf Wochenmärkten unterwegs, sondern betreiben auch einen eigenen kleinen Laden mit Café in Wittenhagen. Dort war ich an diesem Tag auch zum ersten Mal.
Auf dem Weg dorthin hat uns ein sehr kräftiger Regenschauer überrascht, und dann war es natürlich super praktisch zu wissen, wo der magische Knopf ist, der dafür sorgt, dass sich das Dach vom Cabrio wieder schließt.
In Wittenhagen haben wir einen schönen Abend verbracht und sehr lecker gegessen! Das Ganze abgerundet mit einem Eis – das geht ja schließlich immer. Wenn ihr mal in der Gegend seid, fahrt da unbedingt mal hin. Schon allein wegen des Softeises, das es auf Wunsch auch mit verschiedenen Saucen und Streuseln als Topping gibt (ja, mit sowas kann man mir unglaubliche Freude machen – auch wenn ich schon Ü40 bin). Und vielleicht findet ihr in den Regalen ja auch noch die ein oder andere Köstlichkeit für den Verzehr zu Hause.
Die schönste Fahrt: zurück, oben ohne
Das Beste an diesem Cabrio-Ausflug war dann allerdings die Fahrt zurück. Unsere Tour führte uns über eine bucklige Landstraße, von einem Dorf zum nächsten. Die Sonne war kurz vorm Untergehen, und aus den Feldern stieg der Nebel hoch. In diesem Moment „oben ohne“ zu fahren, war noch mal viel schöner als am Vormittag bei Sonnenschein.

Was ich daraus gelernt habe
Greif zu, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt.
Ich hätte wohl nie von mir aus ein Cabrio gemietet. Weil irgendwas in mir gesagt hätte: „Na komm, das ist doch jetzt irgendwie vermessen.“ Aber wenn es mir durch ein Upgrade quasi in den Schoß fällt, dann ist das schon eine ganz andere Nummer. Und dann kann ich dieses Glück unbeschwert genießen.
Wer weiß, vielleicht wiederhole ich das sogar mal mit Absicht. 😉










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