Hetzt du von einer Aufgabe zur nächsten, immer bestrebt, effizienter, schneller und besser zu sein? Wie oft erlaubst du dir “einfach mal nichts” zu tun? Lies weiter, um zu erfahren, warum es sinnvoll ist, Nichtstun auf deine To-do-Liste zu setzen.
Morgens das Frühstück vorbereiten, die Kinder zur Kita/Schule bringen, danach ins Büro, Termine koordinieren, zurück nach Hause, Hausaufgaben betreuen, Abendessen kochen – und zwischendurch vielleicht noch ein paar Mails beantworten. Dieses Tempo ist auf Dauer nicht gesund. Und ich vermute, das weißt du auch.
Es ist leicht, inmitten des alltäglichen Trubels zu vergessen, dass Körper und Geist Pausen brauchen. Ohne regelmäßige Auszeiten läufst du Gefahr, ausgebrannt zu sein. Müßiggang, also das bewusste Nichtstun, ist nicht nur ein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
Die Bedeutung von Pausen für das Gehirn
Dein Gehirn ist ein faszinierendes Organ. Du merkst es vielleicht gar nicht, aber es arbeitet kontinuierlich, um Informationen zu verarbeiten, Probleme zu lösen und kreative Ideen zu entwickeln. Doch genau wie dein Körper braucht dein Gehirn regelmäßige Pausen, um optimal zu funktionieren. Neurowissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Gehirn während des Nichtstuns in einem sogenannten „Default-Mode-Netzwerk“ aktiv ist. Dieses Netzwerk wird aktiv, wenn man sich nicht auf eine bestimmte Aufgabe konzentriert. Es ermöglicht dem Gehirn, Gedanken zu sortieren, Erinnerungen zu verarbeiten und neue Verbindungen herzustellen – ähnlich wie im Schlaf.
Diese Phasen des Müßiggangs sind also entscheidend für deine kognitive Erholung und Kreativität. Sie helfen dir, neue Perspektiven zu gewinnen, endlich einen Einfall für Onkel Antos Geburtstagsgeschenk zu haben und eine Lösung für ein vertracktes Problem zu entwickeln. Es gibt zahlreiche Anekdoten darüber, wie Menschen auf DIE Idee kamen. Ob unter der Dusche, beim Spaziergang oder beim Kartoffelschälen. All diese Geschichten vom Finden verschiedener Ideen eint der Müßiggang; die Pause von der eigentlichen Problemlösung. Möchtest du mehr über die Kreativitätsforschung erfahren? Dann höre mal in dieses Interview rein.
Ohne Pausen arbeitest du auf lange Sicht weniger effizient, da dein Gehirn nicht die notwendige Erholung bekommt, um auf Höchstleistung zu bleiben. Abgesehen davon, spielt Müßiggang eine wichtige Rolle für deine psychische Gesundheit. Das bewusste Nichtstun bietet dir eine wertvolle Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen. Wenn du dir Zeit nimmst, einfach nur zu sein, gibst deinem Gehirn die Chance, sich zu regenerieren.
Wie du Pausen in deinen Alltag integrieren kannst
Vielleicht scheint es dir auf den ersten Blick unmöglich, Pausen in deinen ohnehin schon überfüllten Alltag zu integrieren. Doch mit ein wenig Planung und bewusstem Umgang mit der Zeit bekommst du das hin!
Plane regelmäßige Auszeiten ein
Eine der einfachsten Methoden, Müßiggang in den Alltag zu integrieren, ist das Einplanen regelmäßiger Auszeiten. Selbst 15 bis 30 Minuten am Tag können einen großen Unterschied machen. Diese Zeit darf nicht zweckgebunden sein. Es zählt nicht, wenn du nebenbei die Wäsche faltest oder noch mal eben etwas per E-Mail aufklärst. Egal wie, nimm dir die Freiheit, zu entspannen. Liest du gerne? Dann schnapp dir ein Buch und tauche für 1-2 Kapitel ab in eine andere Welt. Magst du die Natur? Dann beobachte die Spatzen im Park oder schau dir einfach nur den Himmel an. Spielen deine Kinder schon alleine? Dann koch dir einen Tee, sag du machst jetzt Pause und lass sie im Zimmer nebenan spielen.
Schaffe Rituale
Rituale helfen, den Müßiggang zur Gewohnheit zu machen. Du könntest morgens etwas früher aufstehen, um in Ruhe eine Tasse Kaffee zu genießen, bevor der Trubel des Tages beginnt. Oder du machst nach dem Mittagessen einen kurzen Spaziergang, ohne dabei an die Arbeit zu denken. Solche Rituale helfen dir dabei, regelmäßige Pausen in deinem Alltag zu verankern.
Sei achtsam
Achtsamkeit bedeutet, den Moment bewusst wahrzunehmen, ohne ihn zu bewerten. Diese Praxis kannst du in alltägliche Aktivitäten einbauen, um kleine Inseln der Ruhe zu schaffen. Konzentriere dich beim Essen auf jeden Bissen, spüre das Wasser auf deiner Haut, wenn du deine Hände wäschst, beobachte deinen eigenen Atem oder genieße die Stille, wenn du alleine im Auto sitzt.
Verändere deine Umgebung
Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung der Umgebung, um den Müßiggang zu fördern. Suche dir einen neuen Ort für deine Pausen: eine Bank im Park, einen gemütlichen Sessel oder dein Lieblingscafé.
Reduziere Technologie
Ständige Erreichbarkeit und der Druck, jederzeit reagieren zu müssen, tragen erheblich zum Stress bei. Um echte Entspannung zu finden, ist es hilfreich, digitale Ablenkungen zu minimieren. Schalte während deiner Pausen das Smartphone aus oder lasse es bewusst in einem anderen Raum liegen.
Mach einfach mal nichts
Es klingt einfach, doch viele Menschen haben verlernt, wirklich nichts zu tun. Diese Momente der Untätigkeit sind jedoch entscheidend, um den Geist zu entspannen und neue Ideen zu entwickeln. Fällt es dir schwer, dich einfach auf das Sofa zu legen und nichts zu tun? Dann beginne damit, die Zeiten des Wartens oder der Untätigkeit zu genießen, anstatt sie als unangenehm zu empfinden. Sei es beim Warten auf den Bus oder in der Schlange im Supermarkt – erlaube dir, einfach nur da zu sein.
Du bist Vorbild
Als Mutter hast du eine besondere Verantwortung, nicht nur für dich selbst, sondern auch für deine Kinder. Kinder lernen durch Beobachtung. Dein Umgang mit Stress prägt ihre eigenen Verhaltensweisen. Wenn du dich ständig unter Druck setzt und keine Pausen einlegst, gibst du ihnen das Gefühl, dass Müßiggang und Entspannung unwichtig sind. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Indem du selbst regelmäßig Pausen machst und Müßiggang in deinen Alltag integrierst, zeigst du deinen Kindern, dass es in Ordnung ist, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Du vermittelst ihnen, dass Stressbewältigung und Selbstfürsorge wesentliche Bestandteile eines gesunden Lebens sind.
Pausen kannst du natürlich auch direkt mit deinen Kindern machen. Dafür eignet sich der Snack am Nachmittag (bei uns zu Hause heißt das „Kaffeepause machen“ – auch wenn die Kinder gar keinen Kaffee trinken) oder eine ruhige Tätigkeit. Wie wäre es mit gemeinsamen Puzzeln? Oder ihr kuschelt euch auf das Sofa und lauscht einer Hörgeschichte. Vielleicht haben deine Kinder auch Spaß daran Wolken zu beobachten und passende Geschichten zu erfinden. Probiere einfach mal aus, was für dich und deine Kinder funktioniert.
Fazit
In einem „ganz normalen“ Familienalltag scheint Müßiggang oft schwer zu erreichen. Müßiggang ist kein Zeichen von Faulheit, sondern eine bewusste Entscheidung für deine eigene Gesundheit und dein Wohlbefinden. Gönnst du dir Pausen, schaffst du dir die Grundlage für ein ausgewogenes und erfülltes Leben. Also, chill mal – es lohnt sich!






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