Die Osterferien haben nicht nur für Unterhaltung und Entspannung gesorgt, sondern auch meine Blogroutine durcheinander gewirbelt. Damit dieser Rückblick nicht erst am Ende des Monats erscheint, veröffentliche ich ihn erst mal unvollständig. Getreu dem Motto “Better done than perfect”.
Winterzauber
Endlich ein Winter, der diesen Namen auch verdient. Wir hatten für norddeutsche Verhältnisse unglaublich viel Schnee, der dann auch tatsächlich liegen geblieben ist. Das Schneeschippen (Eckgrundstück lässt grüßen) hat für ein paar mehr Sporteinheiten als üblich gesorgt. Am besten waren jedoch die Spaziergänge in der Winterlandschaft. Endlich hat man wieder draußen Leute aus dem Viertel getroffen. Menschen, die man seit November nicht mehr gesehen hat, weil sich ja jeder in seinem Zuhause einkuschelt. Aber bei Schnee und Sonnenschein kamen sie alle wieder raus. Und so hatten nicht nur die Kinder Spaß daran Hügel hinunter zu rodeln.

Ein Spaziergang ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Die Kinder hatten noch Ferien, mein Mann hat zu Hause gearbeitet, um die Betreuungsschicht zu übernehmen und ich habe mich morgens auf den Weg ins Büro gemacht. Wegen des vielen Schnees ohne Fahrrad, sondern zu Fuß durch den Wald. Eigentlich ist es dort zu dieser Zeit stockdunkel. Aber wenn Schnee liegt, ist es dämmrig und wie verzaubert. So stapfte ich durch den Wald, hörte das Knirschen des Schnees unter meinen Schuhen und genoss die schöne klare Luft. Bis auf einen Hasen, der einmal meinen Weg kreuzt, habe ich niemanden getroffen und kam ganz froh und frei im Büro an.
Die Stimmigkeit in der Kommunikation und Arbeitsweise
Ein weiteres Thema, das mich im ersten Quartal beschäftigt hat, war Stimmigkeit. Das Konzept auf Kommunikation angewandt kommt von Friedemann Schulz von Thun und er meint damit, dass wir stimmig kommunizieren, wenn Authentizität und situationsbedingte Angemessenheit zusammenkommen. Wenn wir es also schaffen, in einer Situation uns selbst zu zeigen, aber auch das, was in der Situation angemessen ist.
Die Perspektive (entdeckt habe ich sie übrigens in dieser sehr hörenswerten Hotel Matze Folge) finde ich total schön und bereichernd, denn natürlich sind wir in verschiedenen Rollen (e.g. Frau, Tochter, Mutter, Schwester, Freundin…) unterwegs, aber wir sind eben auch immer wir selbst.
Früher habe ich sehr darauf geachtet, die verschiedenen Bereiche meines Lebens zu trennen. Ich hatte zum Beispiel eine extra Garderobe fürs Büro. Und bin dann morgens in die Rolle der motivierten und leistungsstarken Mitarbeiterin geschlüpft, habe mir auch die entsprechende “Verkleidung” dafür angezogen. Durch das Anziehen meiner Büro-Kluft habe ich mich auch immer wieder ein bisschen zu sehr von mir selbst distanziert. Weil ich dann halt eben Angestellte und nicht unbedingt Ulrike war. Eine Zeitlang dachte ich auch, das muss so sein (an dieser Stelle, schöne Grüße von den lieben Glaubenssätzen).
Die extra Bürokleidung habe ich schon seit einer halben Ewigkeit aussortiert. Trotzdem bin ich dem Trennung-Glaubenssatz wieder auf den Leim gegangen und habe sehr darauf geachtet, meine selbständige Tätigkeit als Coach von meiner Tätigkeit als Angestellte zu trennen. Total merkwürdig. Beide Berufsfelder haben zwar verschiedene Herausforderungen, aber in beiden wirke ich als Ulrike und arbeite mit anderen Menschen. Warum also nicht die ein oder andere Methode im jeweils anderen Berufsfeld anwenden?
Zu Beginn des Jahres ergab sich durch einen mehrtägigen, teamübergreifenden Workshop die Möglichkeit, genau das zu tun. Gerade im Konzern-Setting treffe ich immer wieder auf Menschen, die sehr unstimmig kommunizieren. Sie sagen zwar, dass sie sich auf den Austausch der nächsten Tage freuen, verschränken dabei jedoch die Arme vor der Brust. Oder sie postulieren, dass sie sich den anstehenden Aufgaben mit voller Aufmerksamkeit widmen werden und lehnen dabei in ihrem Stuhl so stark zurück, dass kein Teil ihres Oberkörpers die Tischplatte berührt. Beste Voraussetzungen also, um mal eine süße Aufstellung zu machen 😉. Das Feedback am letzten Workshop-Tag war eindeutig:
Dachte ja nicht, dass das was bringt. Aber dann war es doch interessant zu hören, welche Diskussionen durch ein paar Haribo in Gang gesetzt wurden.
[…]
Es war wertvoll zu sehen, wie gut wir einander zuhören konnten. Und zu merken, dass es den Kollegen aus anderen Teams in den ein oder anderen Punkten genauso geht wie einem selbst.
Wenn nun also klassische Coaching-Methoden und situationsbedingte Angemessenheit zusammen kommen, wie könnte man das nennen? Ist das vielleicht Stimmigkeit in der Arbeitsweise?

Me, myself and I
Zum Ende des Quartals habe ich mich noch einem meiner privaten Ziele gewidmet: Eine mehrtägige Familien-Auszeit zu nehmen. Anlass waren das 35 jähriges Bühnenjubiläum von Mutabor und die Osterferien. Mutabor begleiten mich schon sehr lange und wenn sie an so einem zauberhaften Ort wie dem St. Spiritus in Greifswald auftreten, muss ich nicht lange überlegen. Außerdem war das eine wundervolle Gelegenheit, eine gute Freundin, die ich leider viel zu selten sehe, zu besuchen.
Das Konzert war großartig. Mich hat überrascht, wie textsicher ich war – anscheinend habe ich die Alben früher deutlich öfter gehört als ich dachte 😂. Die Location war ein Traum. Nicht nur wegen des historischen Gemäuers, sondern auch wegen der kleinen Empore auf der ich mit einigen anderen ausufernd tanzen und gleichzeitig den Blick auf die Bühne genießen konnte. Nach zwei Stunden wildester Bewegungen und lautem Mitsingen lief ich mit beseelten Lächeln durch den stetigen Nieselregen zu meinem Schlafplatz und entdeckte diesen Aufkleber.


Nach dem Spätstück am nächsten Tag hieß es leider Abschied nehmen. Ich machte mich auf den Weg nach Stralsund, dort erwartete mich die Ferienwohnung (die ich noch einen vollen Tag für mich allein haben würde) und weitere Herzensmenschen, die ich lange nicht gesehen hatte. Und denen ich meine ganze Aufmerksamkeit widmen konnte, weil ich (noch) allein unterwegs war. Hach, einfach nur schön!
Beim Stadtbummel am nächsten Tag machte ich einige neue Entdeckungen in meiner alten Heimatstadt. Die schönste war der Strandläufer: eine kleine, feine Verlagsbuchhandlung mitten in der Altstadt. Und dann reisten auch schon mein Mann mit den Kindern an und vorbei war es mit “Me, myself and I”, aber genau so wollte ich es ja haben.
Was im 1. Quartal 2026 sonst noch los war
- Netzwerken
Zwei Events besucht und interessante Menschen getroffen. - Schon wieder anderthalb Jahre vergangen
Eine gute Freundin hat uns mit ihren Kindern besucht und wir hatten endlich Zeit uns mal wieder ganz in Ruhe auszutauschen. Mit Erschrecken habe ich festgestellt, wie schnell die Zeit vergeht. Das sehe ich am besten an den Kindern der anderen. Gerade hielt ich sie noch als Säugling auf dem Arm, nun greifen sie nach meiner Hand und stapfen mit mir über den Spielplatz. - Meeresmuseum
In unserem Stralsund-Urlaub haben wir auch dem wieder eröffneten Meeresmuseum einen Besuch abgestattet. Ich war früher wirklich häufig dort und habe mich sehr auf den Besuch gefreut. Aber dann folgte Ernüchterung: viele Exponate, die zusammengewürfelt erscheinen, neben “Meer” lässt sich ein roter Faden kaum erkennen. Und wo ist eigentlich der riesige Korallenriff-Nachbau geblieben?
Was ich im 1. Quartal 2026 gebloggt habe
- Play drücken, Pause fühlen: Gemeinsames Hörspiel-Hören im Familienalltag
- Selbstfürsorge für Mütter: Wie kannst du im Familienalltag gut für dich selbst sorgen
- 5 Wege, gelassen zu bleiben, wenn dein Kind dich auf die Palme treibt
- Was sind Bindungsspiele und was sind sie nicht
- “Hilfe, ich schreie meine Kinder an!” – Warum das passiert und wie du da rauskommst
- Kinder hören nicht? 3 Schritte, mit denen es besser klappt
- “Spielen ist nichts für mich” – Was du tun kannst, wenn du denkst, du kannst nicht spielen
Status meiner Jahresziele
In meinen Jahresrückblick habe ich mir ein paar Ziele gesetzt. Die Rückblicke werde ich nutzen, um festzuhalten, ob ich am Ball bleibe.
- Bewegung im Alltag: Ich habe mich bestimmt bewegt, aber drei Tage pro Woche mit dem Rad waren bisher nicht drin (Winter und so…)
- Kletterhallen-Abo: Läuft (4 Besuche waren es bisher jeden Monat)
- Familien-Auszeiten: Eine von dreien habe ich bisher umgesetzt und ich habe Zeit mit S. verbracht.
- Eintauchen: 6 Bücher, 1 Konzert, 0 Kinobesucht (da ist noch Luft nach oben)
- Urlaub: Langsam sollen wir mal mit der Planung beginnen…
- Gastartikel: Bisher keine Veröffentlichung
- Podcast: Bisher keine Veröffentlichung






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