Manchmal stolpere ich durch die Wochen wie auf einer Tanzfläche: mal voller Energie, mal ein bisschen aus dem Takt. Dieses Quartal war genau so – Konzert, Ferien, Gartenprojekt, Einschulung und zwischendrin immer wieder die verwunderte Frage: Was müssen wir den alles müssen? Ich nehme dich mal mit durch meine letzten Monate.
Diesmal mit Liedzeilen als Zwischenüberschrift. Na, weißt du wer sie singt und hast du die passende Melodie im Ohr? Falls nicht, unten findest du die Auflösung.
Also tanz, als wär’s der letzte Tanz
Dieses Quartal begann auch wieder mit einem Konzert, vielleicht sollte ich das zur Gewohnheit machen. Aber diesmal war es anders rum: ich fragte meine Kollegin ob sie Zeit hätte. Hatte sie. Und so setzen wir uns an einem Donnerstagnachmittag in den Zug nach Hamburg. Das Wetter war herrlich, wir holten uns was zu essen und suchten uns ein gemütliches Plätzchen an der Binnenalster. Von dort aus dann zu Fuß zur Schlachthofstraße.
Dort spielte LaBrassBanda. Textsicher bin ich bei weitem nicht (es wird bayrisch gesungen, selbst wenn ich es verstehe, kann ich es nicht nachsingen), aber das ist auch ganz egal, denn die Musik geht vom Ohr direkt in die Beine.
Großartig waren auch die Moderationen zwischen den Songs. Ich mag es total gerne, wenn zwischendurch Geschichten erzählt werden. Und Geschichten erzählen, das kann Stefan Dettl richtig gut (auch auf Hochdeutsch). Zum Beispiel wie sie auf dem Roskilde Festival zur gleichen Zeit spielten wie Oasis und dann auf einmal 10.000 Leute vor der Bühne standen, weil die Gallagher-Brüder sich mal wieder stritten anstatt Musik zu machen.
Zum Abschluss spielte die Band zusammen mit ihrem Support Passepartout in der Menge. Ein absoluter Gänsehautmoment!

Von diesem Abend brauchte ich unbedingt ein Souvenir, also ab zum Merch. Und was ein Glück: Bandshirts in anderen Farben als schwarz! Zwar im typischen Männer-T-Shirt-Schnitt, aber damit lässt sich ja arbeiten. Halsausschnitt erweitern, Ärmel kürzen und die Saumkante verändern, schon ist es fertig. Das Shirt, das ich auch im Alltag gerne trage.
Ganz, ganz große Pause
Ich glaube, die Sommerferien sind für alle Schulkind-Eltern eine kleine organisatorische Herausforderung. Rückblickend bin ich echt zufrieden damit, wie gut alles geklappt hat.
In der ersten Woche war mein ältestes Kind bei Kidz in Motion – ein wirklich empfehlenswertes Feriencamp. Nicht nur, weil die Kinder sich in verschiedenen Sportarten ausprobieren können oder die Krankenkasse einen Teil der Kosten erstattet. Nein, es ist auch echt super, was für einen Umgang die Betreuer mit den Kindern haben. Total bestärkend in der Kommunikation (“Super Spielzug!”, “Probiere es gleich noch mal.”, “Ich habe dich beobachtet, klappt schon viel besser als gestern.”) und gleichzeitig darauf bedacht, dass die (sportlichen und sozialen) Regeln eingehalten werden.
Dann hatten meine Kinder ein wenig Urlaub bei den Großeltern und danach haben wir ein paar Tage bei meiner Schwester verbracht. Endlich mal wieder etwas Seeluft schnuppern und barfuß am Strand spazieren.

Ich konnte spontan eine Freundin besuchen, die ich viel zu lange nicht gesehen habe. Zwar war übernachten bei ihr nicht möglich, aber dafür konnte ich nochmal bei meiner Schwester unterschlüpfen. Sie und ihre Familie waren ausgeflogen, ich hatte also ihr Zuhause für mich ganz allein. Und als ich nass und leicht verfroren (einer der unzähligen Regenschauer in dieser Woche hat uns voll erwischt) die Türe aufschloss, wartete noch eine Überraschung auf mich.


Tja, was soll ich sagen. Das habe ich dann auch gemacht. Los ging’s mit “Alexa, spiel Bosse” und “Alexa, mach lauter.”
Abschluss der Ferien bildeten die gemeinsamen Tage mit dem angeheirateten Teil der Familie. Schon zum dritten Mal haben wir ein paar Tage mit den Großeltern, meiner Schwägerin, ihrem Mann und ihren (erwachsenen) Kindern in einem Ferienhaus verbracht. Ob man da schon von Tradition sprechen kann? 😉
Das für mich schönste Ausflugsziel konnten wir sogar zu Fuß erreichen: der Garten von Schloss Ippenburg. Ein echtes Paradies – mit wilden Ecken zum Entdecken, einem Naschgarten für kleine Mundräuber, Barfußpfad und Wasserspielplatz für die Kinder. Dazu viele gemütliche Schattenplätze, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen. Für Gartenliebhaber gab es unzählige Inspirationen. Und wer weiß, vielleicht stelle ich mir ja tatsächlich irgendwann alte Fensterrahmen in den Garten.

Aber immer muss ich alles sollen
Apropos Garten. Mein diesjähriges Gartenprojekt ist auf der Zielgeraden. Die Thuja-Hecke ist nun komplett weg. Alle Zaunelemente stehen und mit der Bepflanzung habe ich auch schon begonnen. Für den ersten Heckenabschnitt durfte ich ziemlich große Löcher graben. Denn was ich nicht bedacht habe ist, dass größere Pflanzen auch größere Wurzelballen haben. 😂 Demnächst bestelle ich die Pflanzen für den zweiten Abschnitt. Und das Foto wird mich gut an die Wurzelballen-Lektion erinnern….

Während ich mich in den letzten Monaten durch den Garten buddelte, ergaben sich immer wieder mal Gespräche am Zaun. Und ab und zu kamen so Fragen wie “Müssen Sie das alles alleine machen?” – “Ähm nein, ich will das machen.”
Interessant, was alles als Pflicht gesehen wird. Und was man anscheinend alles so machen muss. Dabei ist ganz vieles von diesem Müssen eher eine Konsequenz aus den Entscheidungen. Und zwar aus den Entscheidungen, die ich getroffen habe. Aus diesem Blickwinkel wird ein Müssen dann auch eher ein Dürfen. Wenn ich die Thuja-Hecke loswerden will, dann darf ich mich auch darum kümmern. Und dann kann das bedeuten, dass ich sie ausbuddele.
In meinem Corporate-Job haben wir einmal in der Woche eine Teamrunde, in der jeder von uns kurz sagt, was gerade so ansteht, für welche Projekte Unterstützung gebraucht wird und ob jemand Leerlauf hat. Auch in diesem Kontext ist mir aufgefallen, dass viele Menschen die ganze Zeit müssen:
“Ich muss morgen ein Quality Gate machen. Danach müssen meine Kollegin und ich noch den CAPA-Status Report erstellen und an den Kunden schicken. Und am Freitag muss ich die Intro für die neuen Mitarbeiter geben.”
Ist das nicht anstrengend, dieses ganze Müssen? Macht das gute Laune? Wohl kaum…
Das Spannende daran ist, dass wir uns selbst erzählen, was wir müssen müssen. Und genau das können wir ändern! Einfach das Müssen weglassen oder durch ein einladendes Verb ersetzen:
“Ich mache morgen ein Quality Gate. Danach werden meine Kollegin und ich noch den CAPA-Status Report erstellen und an den Kunden schicken. Und am Freitag will ich die Intro für die neuen Mitarbeiter geben.”
Ich achte schon eine ganze Weile darauf, wann ich das kleine Wort “müssen” verwende. Und kann dir wärmsten empfehlen, das auch zu tun.
Was im 3. Quartal 2025 sonst noch los war
- Einschulung
Tradition an unserer Grundschule ist, dass die Drittklässler das Programm für die neuen Erstklässler gestalten. Und so stand K1 auf der Bühne, während K2 eingeschult wurde. Besonders die Schulhymne, die mir vor zwei Jahren noch völlig egal war, ging mir diesmal richtig ins Herz:
„Wir sind eine Schule für alle,
jeder gehört mit dazu
und zu dieser Schule für alle
gehörst auch du und du dazu.“ - Fussballspiele: Au ja!
Mit dieser Saison spielt mein ältestes Kind nicht mehr nur Turniere, sondern einzelne Spiele. Vorteil: ich hänge nicht mehr einen ganzen Vor- oder Nachmittag in einer Halle rum. Nachteil: Spiele finden häufiger statt als Turniere. Aber hey, ich habe mich dazu entschlossen, das Hobby meines Kindes zu unterstützen. Und dann darf ich es auch an Ort begleiten, die ich sonst nicht aufsuchen würde. - Besuch
Den Besuch von Verwandten nahmen wir zum Anlass, einen entspannten Abend in Schröders Garten zu verbringen. Natürlich inklusive Tretbootfahren! - SEO
Habe gelernt, dass strukturierte Daten auch kein Hexenwerk sind. Wenn man weiß wie, hat man sie relativ schnell für Blogartikel erstellt. - Netzwerken
Habe an einem weiteren online Netzwerkevent teilgenommen und bin gespannt, was sich aus den geschlossenen Kontakten entwickeln wird.
Was ich im 3. Quartal 2025 gebloggt habe
- Mom-Shaming: Bin ich eine schlechte Mutter?
- Mitten im Wutanfall – und jetzt? Was du bei einem Wutanfall deines Kindes tun kannst
- Selbstfürsorge für Mamas: Warum sie kein Luxus ist, sondern überlebenswichtig
- Filmabend: Was ich von Barbie gelernt habe
- Mein Kind kommt in die Schule – und jetzt? 5 Tipps, wie ihr als Eltern vor der Einschulung gelassen bleibt
Und nochmal komplett überarbeitet:
- 5 Tipps, um die Hausaufgaben entspannt zu erledigen
- Geschwisterstreit schlichten: Was du tun kannst, wenn sich deine Kinder ständig streiten
Status meiner Jahresziele
In meinen Jahresrückblick habe ich mir ein paar sportliche Ziele gesetzt. Die Rückblicke werde ich nutzen, um festzuhalten, ob ich am Ball bleibe.
- Blogartikel: in diesem Jahr habe ich bisher 19 Artikel von mir auf diesem Blog (Ziel: 30) und 2 Gastartikel (Ziel: 3) veröffentlicht. Am nächsten Gastartikel arbeite ich schon, aber das mit den 11 eigenen Artikeln wird noch mal herausfordernd…
- Reels: Das Ziel habe ich überhaupt nicht mehr verfolgt. Und deshalb verabschiede ich mich für dieses Jahr davon – Lösen durch Löschen.
- Angebote: Gleichzeitig zur Ankerzeit-Woche kam mir auch die Idee für die Spielpause. Und für diese Idee ist nun die Zeit reif. Nach den Herbstferien geht’s los und “Ick freu mir” wie der Berliner sagen würde.
- Zusammenarbeit: Kein Sprint, eher ein Marathon…
- Einschulung: Haken dran.
- Nähen: Drei neue Oberteile sind dazugekommen. Das macht dann insgesamt 6 neue Teile. Ziel erreicht!
- Fotos: Einiges dazugekommen in diesem Quartal.
Liedzeilen: Auflösung
Zugegeben, die erste H2 war nicht sonderlich schwer. Aber wie ist es dir bei der zweiten und dritten ergangen?
Und man weiß immer erst beim Abschied, was es ei’m bedeutet
Und wie schön es eigentlich war
[…]
Nix ist für immer, nix ist für immer
Einfach alles ist nur einmal
Also tanz, als wär’s der letzte
Der letzte, der letzte TanzDer letzte Tanz, Bosse
Und Papa hat gesagt, jetzt ham wir ganz viel Zeit
Du musst nicht zur Schule und wir nicht zur Arbeit
Und Mama hat gesagt, der Wecker bleibt zu Hause.
Ich glaub Urlaub ist sowas wie die ganz, ganz große Pause.Große Pause, Desiree Klaeukens
Es fängt ja morgens schon an, ich soll aufstehen, mich waschen,
am Frühstückstisch still sitzen, essen, nicht quatschen,
die Schuhe an, Jacke und „Nein, nicht die gelbe!“.
Ich halt’s nicht mehr aus, es ist immer dasselbe.
[…]
Aber immer muss ich alles sollen.
Immer muss ich alles sollen.
Jetzt lasst mich doch auch endlich mal etwas wollen.Immer muss ich alles sollen, Gisbert zu Knyphausen
Bevor du fragst: ja ich höre auch Kinderlieder. Und singe laut mit 😉






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