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Wie du als Mutter alles unter einen Hut bringen kannst

Wie du als Mutter alles unter einen Hut bringen kannst

Kennst du das Gefühl, am Ende des Tages erschöpft ins Bett zu fallen und trotzdem das Gefühl zu haben, nichts geschafft zu haben? Zwischen Job, Haushalt, Kinderbetreuung und vielleicht noch ehrenamtlichem Engagement bleibt oft keine Zeit für dich. Viele Mütter tragen die Verantwortung für den Familienalltag fast alleine – aus Gewohnheit, weil es „schneller geht“ oder weil sie sich verpflichtet fühlen. Und was passiert dann? Sie lösen sich in der Rolle der „funktionierenden Mutter“ auf – wie eine Aspirin im Wasserglas. 

Das muss so nicht bleiben. Du kannst lernen, Verantwortung abzugeben und alles unter einen Hut zu bringen, während du auch auf dich selbst achtest.

Team statt Einzelkämpferin: Gemeinsames Anpacken verbindet 

Viele Mütter glauben, sie müssten alles unter einen Hut bringen und dabei perfekt sein. Hand aufs Herz: Glaubst du das auch? Dass du alles perfekt unter einen Hut bringen musst? Fakt ist, es gibt sie: die perfekte Mutter, perfekte Partnerin, perfekte Angestellte – in unseren Köpfen. In meinem und vielleicht auch in deinem?

Diese perfekten Frauen habe ich “in echt” noch nie getroffen. Allerdings habe ich erlebt, wie der Druck, in allen Lebensbereichen perfekt sein zu wollen, zu Stress und Erschöpfung führt. Und zu Einsamkeit. Denn, wenn frau die perfekte Fassade aufrechterhält, traut sich kaum jemand Hilfe anzubieten. Ist ja nicht nötig, sie schafft das ja alles alleine…

Sich bewusst zu machen, dass gut genug oft vollkommen ausreicht, ist eine echte Erleichterung. Es ist völlig okay, Aufgaben abzugeben und Hilfe anzunehmen. Familie ist Teamarbeit – und das Aufteilen von Aufgaben und Verantwortlichkeiten entlastet dich und kann gleichzeitig euer Gemeinschaftsgefühl als Familie stärken. Trägt jeder von euch seinen Beitrag bei und erfährt dafür Anerkennung, wächst nicht nur das Verständnis füreinander, sondern auch eure familiäre Bindung.

Und fast schon nebenbei förderst du die Selbständigkeit deiner Kinder. Es fängt mit kleinen Dingen an: sich selbst anziehen, den eigenen Teller nach dem Essen in die Spülmaschine stellen, den Tisch für alle decken. Lauter praktische Schritte, die dafür sorgen, dass dein Kind, wenn es irgendwann auszieht, auf eigenen Beinen durchs Leben gehen kann.

5 Tipps um alles unter einen Hut zu bekommen

Prioritäten setzen und Perfektionismus loslassen

Nicht alles muss perfekt sein. Frag dich: Was ist heute wirklich wichtig? Und was kann warten? Mache dir bewusst, dass es keine Katastrophe ist, wenn die Wäsche liegen bleibt, das Abendessen nicht selbst gekocht ist oder du mal die Geduld verloren hast und laut wirst. Das passiert. Wir sind Menschen, wir geben unser Bestes und machen dabei Fehler. Wir können es nie allen recht machen.

Das Thema Prioritäten und Perfektionismus gilt nicht nur für dich, sondern zieht sich durch die ganze Familie. Auch für andere Familienmitglieder ist es hilfreich, wenn du deine Prioritäten klar stellst. Das hilft deinem Gegenüber, die Situation aus deiner Perspektive zu betrachten. Und so ein Perspektivenwechsel ist meiner Erfahrung nach immer hilfreich.

Mal angenommen, deine Schwiegermama kommt am Sonntag vorbei. Auf dem Tisch steht Kuchen vom Bäcker und sie verzieht das Gesicht. Vielleicht macht sie auch eine stichelnde Bemerkung. Vielleicht ist es ihre Priorität als Gastgeberin einen Kuchen selbst zu backen, vielleicht ist deine Priorität einfach eine gute Zeit miteinander zu haben. Lass dich von diesen verschiedenen Prioritäten nicht stressen, sondern sprich deine Wahrnehmung an und sei neugierig auf ihre Antworten.

👩 Gisela, kann es sein, dass du dir die Kaffeetafel anders vorgestellt hast?
👵 …
👩 Aha, dir ist also wichtig, dass es einen selbstgebackenen Kuchen gibt.
👵 …
👩 Anton ist auch immer mit Begeisterung dabei, wenn im Kindergarten gebacken wird. Was hälst du davon, wenn du nächsten Sonntag ein paar Stunden früher vorbeikommst? Dann könntet ihr beide zusammen einen Kuchen backen.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten aufteilen

Es ist nicht dein alleiniger Job, alles unter einen Hut zu bekommen. Deine Familie besteht aus mehreren Personen und jeder kann Verantwortung übernehmen: dein Partner, die Kinder und Oma Gisela (ab jetzt zuständig für den Sonntagskuchen 😊). Das Zauberwort hierbei lautet: Fair-Teilen. Kleine Aufgaben wie Tischdecken, Aufräumen oder Staub saugen lassen sich gut abgeben. Mit älteren Kindern kannst du einen Wochenplan erstellen, um Aufgaben gerecht zu verteilen. Mit deinem Partner kannst du ganze Verantwortungsbereiche aufteilen: wer von euch ist zuständig für das Abendessen, wer behält Arzttermine im Blick, wer organisiert die Geburtstagsfeier?

Das bedeutet allerdings auch, dass du bereit sein darfst, Kontrolle abzugeben. Klingt erstmal gar nicht so wild, aber in dem Thema ist Musik. Denn wenn du bisher einen Großteil des Familienalltags allein gestemmt hast, dann hast du es auch immer genau so machen können, wie es (deiner Meinung nach) richtig ist. 

Mal angenommen, dein Partner will sich mit den Kindern auf den Weg zum Spielplatz machen. Du bemerkst, dass er außer den Buddelsachen nichts weiteres eingepackt hat. Was ist dein erster Impuls? Falls dir ein Kommentar wie “Denk an die Wasserflaschen!” auf der Zunge liegt, schlucke ihn runter. Vertrau deinem Partner. Er ist schon groß und wird eine Lösung finden, falls Durst und Hunger ein Problem werden. Vielleicht treffen sie Bekannte, die ausreichend Apfelstückchen sowie eine zweite Wasserflasche dabei haben und gerne teilen. Vielleicht kaufen sie was am nächsten Kiosk. Oder sie kommen früher nach Hause als gedacht. 

Gerade zu Anfang kann es schwer fallen, diesen Vertrauensvorschuss zu geben. Aber genau das ist nötig, wenn du möchtest, dass sich etwas ändert. Dein Vertrauen darin, dass die anderen Familienmitglieder es auch hinbekommen, wächst mit der Zeit. Je mehr du bereit bist, Kontrolle abzugeben, desto stärker kann dein Vertrauen wachsen.

Das gilt auch für das Vertrauen in die Fertigkeiten deiner Kinder. Beziehe sie gemäß ihres Alters in Haushaltstätigkeiten mit ein. Das kann großen Spaß machen, wenn du bereit bist, ihre spielerische Herangehensweise zu akzeptieren. Oder sogar selbst Spiele vorschlägst – zum Beispiel Socken-Memory beim Sortieren der gewaschenen Wäsche. Wenn du möchtest, dass deine Kinder Aufgaben und Verantwortung übernehmen, ist es deine Aufgabe den Rahmen zu stecken und sie dann innerhalb dieses Rahmens selbst entscheiden zu lassen, wie und wann genau sie etwas erledigen.

Netzwerke pflegen und Unterstützung annehmen

Es braucht immer das sprichwörtliche Dorf, um ein Kind zu begleiten. Doch in der Realität fühlen sich viele Mütter allein gelassen. Dabei gibt es oft mehr Unterstützung, als du denkst – du musst nur deine Augen offen halten. Und gegebenfalls den ersten Schritt machen. Scheue dich nicht, um Hilfe zu bitten. Ob bei der Familie, Freunden oder Nachbarn: Menschen helfen gerne. Trau dich, offen zu sagen, was dir wichtig ist und wobei du Unterstützung brauchst. Vielleicht ergibt sich eine Fahrgemeinschaft für die Kinder, ein regelmäßiger Babysitterabend oder ein gemeinsames Kochen mit anderen Eltern. Du kannst auch andere Eltern fragen, ob ihr euch bei der Kinderbetreuung abwechseln wollt – so hast du mal Zeit für dich und die Kinder genießen das Spielen in Gesellschaft.

Falls deine Familie nicht in der Nähe wohnt, schau dich in deiner Umgebung um. Gibt es Eltern-Kind-Gruppen, Nachbarschaftsnetzwerke oder Vereine? Auch digitale Plattformen können eine gute Möglichkeit sein, neue Kontakte zu knüpfen. Ein Gespräch auf dem Spielplatz, beim Elternabend oder an der Kita-Tür kann oft schon der Beginn wertvoller Unterstützung sein. Netzwerke zu pflegen bedeutet auch, selbst Hilfe anzubieten – denn Unterstützung beruht auf Gegenseitigkeit. Du wirst überrascht sein, wie bereichernd es ist, Teil eines solchen Netzwerks zu sein: Du fühlst dich entlastet, verbunden und nicht mehr allein mit den Herausforderungen des Familienalltags.

Routinen um Haushalt und Kinder zu organisieren

Der Alltag mit Kindern kann chaotisch sein – Routinen schaffen Struktur und geben Sicherheit. Feste Abläufe helfen nicht nur deinen Kindern, sich im Alltag besser zurechtzufinden, sondern auch dir. Plane deshalb bewusst wiederkehrende Routinen ein: am Sonntag gemeinsam die Sendung mit der Maus schauen, vor dem Abendessen auf dem Spielplatz toben oder die Gutenachtgeschichte vor dem Schlafengehen. Diese kleinen Konstanten im Alltag sind wahre Kraftquellen, die Nähe und Verlässlichkeit schaffen.

Auch Zeitfenster für wichtige Aufgaben kannst du blocken – und das gilt nicht nur für Arbeit oder Haushalt. Reserviere dir feste Zeiten für dich selbst. Montagabend zum Sport, Mittwoch eine Freundin anrufen oder einen Spaziergang alleine machen – diese Zeit gehört dir! Sprich mit deiner Familie über deine Pläne. Wenn deine Kinder wissen: „Mama hat jetzt ihre Zeit“, lernen sie, das zu respektieren. Und wenn sie es nicht sofort verstehen? Bleib dran. Wiederholung ist der Schlüssel, damit Routinen zur Selbstverständlichkeit werden.

Feste Zeitfenster helfen außerdem dabei, To-do-Listen überschaubar zu halten. Wenn du weißt, dass Dienstagabend deine Bürozeit ist, um Papierkram zu erledigen oder Freitag der Wocheneinkauf gemacht wird, sparst du dir ständiges Nachdenken und Herumjonglieren. Routinen schenken Struktur – und Struktur schenkt Gelassenheit.

Du musst nun deinen Alltag nicht komplett neu durchstrukturieren. Fang mit dem an, was sich für dich gerade stimmig anfühlt. Mit den richtigen Routinen (die idealerweise zu Gewohnheiten werden) und einer klaren Aufgabenverteilung kannst du ganz praktisch Haushalt und Kinder organisieren und dabei wieder mehr Ruhe in deinen Alltag bringen.

Zeit für dich selbst einplanen  

Deine eigenen Bedürfnisse zu beachten, ist kein Luxus – es ist notwendig! Als Mutter bist du ständig für andere da. Doch wie willst du dauerhaft Energie geben, wenn du deinen eigenen Akku nicht auflädst?

Selbstfürsorge ist wie Zähneputzen.
Einmal pro Woche ist zu wenig für ein strahlendes Lachen.

@honigperlenmelanie

Zeit für dich selbst ist wichtig für dein Wohlbefinden und damit auch für deine Familie. Denn wenn du ausgeglichener bist, profitieren alle davon. Kleine regelmäßige Auszeiten im Alltag können wahre Wunder wirken: Ein Spaziergang allein, eine Tasse Tee in Ruhe oder ein entspannendes Bad. Diese Momente müssen nicht lang sein – oft reichen 10-15 Minuten, in denen du bewusst abschaltest.

Falls dich das schlechte Gewissen plagt: Mach dir klar, dass du kein besseres Vorbild sein kannst, als wenn du deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst. Du lehrst deine Kinder damit, wie wichtig Selbstfürsorge ist. Vielleicht entdeckst du auch ein altes Hobby wieder, das dir Freude bereitet hat. Oder du probierst etwas Neues aus, das dir Energie schenkt. Die Frage ist nicht, ob du dir diese Zeit nehmen darfst – sondern wie du sie dir ermöglichen kannst. Sprich mit deinem Partner, vernetze dich mit anderen Eltern oder organisiere einen Babysitter. Du bist es wert, auf dich zu achten – nicht irgendwann, sondern jetzt.

Fazit: Du darfst es dir leichter machen!

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt: Das Problem ist nicht, dass du dich nicht gut genug organisierst. Und auch nicht, dass du dich „einfach mehr zusammenreißen“ müsstest. Das Problem ist, dass von Müttern oft erwartet wird, alles gleichzeitig zu tragen – Verantwortung, Emotionen, Termine, Bedürfnisse. Und zwar möglichst gelassen, dankbar und gut gelaunt.

Kein Wunder, dass sich das anstrengend anfühlt.

Alles unter einen Hut zu bringen ist kein persönliches Versagen.
Es ist ein Dauerzustand, der Kraft kostet. Und zwar jeden einzelnen Tag.

Vielleicht ist der wichtigste Gedanke aus diesem Artikel nicht „Wie schaffe ich noch mehr?“, sondern: Was darf leichter werden?
Was musst du nicht mehr alleine halten?
Und wo darf sich etwas verändern – Schritt für Schritt, in deinem Tempo?

Alles unter einen Hut zu bringen ist kein Organisationsproblem, sondern eine echte Dauerbelastung.
Und selbst wenn du weißt, was dir guttun würde, ist es im Alltag oft schwer, das alleine umzusetzen.

Du musst da nicht alleine durch.
In meinem Mama-Coaching Herzverbunden begleite ich dich dabei, wieder mehr Klarheit, Entlastung und innere Ruhe in deinen Familienalltag zu bringen – ohne dich noch weiter zu optimieren.

Wenn du magst, buche dir ein kostenloses Kennenlerngespräch und wir schauen gemeinsam, ob und wie ich dich unterstützen kann.


Wer schreibt hier?

  • Ulrike Wolf

    ist Mama-Coach, Mutmacherin und Möglichmacherin.

    Sie begleitet Mütter dabei, aus dem Dauerstress des Alltags auszusteigen, ihre eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und echte Verbundenheit im Familienleben zu schaffen. Dabei greift sie auf eigene Erfahrungen als Mutter zweier Kinder, fundierte Coaching-Methoden und ihr Wissen zur Nervensystemregulation zurück.

    WebsiteInstagram

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