Fühlst du dich manchmal wie ein Jongleur in einem Zirkus, der verzweifelt versucht, alle Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten? Als Mama kennst du das nur zu gut: Während du das Frühstück vorbereitest, beantwortest du vielleicht schon die ersten Mails, planst im Kopf den Einkauf fürs Abendessen und hast ein Ohr bei den Kindern, die sich gerade streiten. Das fühlt sich nach Multitasking an – doch die Wahrheit ist: Dein Gehirn kann nicht wirklich mehrere Dinge gleichzeitig tun.
Was du als Multitasking empfindest, ist in Wahrheit ein ständiges Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Aufgaben. Und dieser Wechsel kostet dich mehr Zeit und Energie, als du denkst. Zeit und Energie, die du als Mama sicher besser für anderes gebrauchen könntest.
Das Wichtigste in Kürze:
- Unser Gehirn kann nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigen.
- Was wir für Multitasking halten, ist in Wahrheit ein ständiges Hin- und Herspringen zwischen Aufgaben.
- Dieses Hin- und Herspringen ist anstrengend und führt zu mehr Fehlern, Erschöpfung sowie verminderter Konzentration im Alltag.
- Nur wenn wir annehmen, dass unser Gehirn dafür gemacht ist eine Aufgabe zu erledigen, können wir der Multitasking-Falle entkommen.
- Im Alltag bedeutet das: priorisiere deine Aufgaben (und deine Pausen!), mach dann eins nach dem anderen und lass dich nicht ablenken.
- Fair-teile Aufgaben an andere. Denn je weniger du zu tun hast, desto weniger wirst du verleitet zwischen Aufgaben zu springen.
Die Wahrheit über Multitasking
Dein Gehirn funktioniert wie ein Computer mit begrenzten Ressourcen. Jedes Mal, wenn du von einer Aufgabe zur nächsten springst – zum Beispiel vom Telefonat mit der Kita zur Zubereitung der Schulbrotdosen – braucht dein Gehirn Zeit, um sich neu zu orientieren. Diese ständigen Neustarts sind wie Rüstzeiten in einer Fabrik: Erst umbauen, dann weiterarbeiten.
Die Wissenschaft nennt das „Task-Switching-Costs“, also die Kosten des Aufgabenwechsels. Jedes Mal, wenn du unterbrochen wirst oder selbst zwischen Aufgaben springst, muss dein Gehirn sich neu einstellen. Und das kostet Energie – nicht nur Kalorien, sondern echte mentale Kraft. Kein Wunder also, wenn du dich am Ende des Tages erschöpft fühlst, obwohl du das Gefühl hast, nicht wirklich etwas geschafft zu haben.
Warum du dich nicht schlecht fühlen musst
Vielleicht hast du schon mal gehört, dass Frauen besser im Multitasking wären als Männer. Tatsächlich legen manche Studien nahe, dass Frauen leichter zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln können (siehe Stoet et al., 2013). Mittlerweile sind sich die Forschenden allerdings einig, dass es keine generellen geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Bewältigen von Multitasking-Situationen gibt (siehe Hirsch et al., 2019).
Sicher ist: Dieser ständige Wechsel ist anstrengend. Du wirst langfristig unzufrieden, wenn du selten die Gelegenheit hast, dich auf eine Sache zu konzentrieren und sie in Ruhe abzuschließen.
Kennst du das Gefühl, dass du immer etwas anfängst, aber nie etwas wirklich beendest? Das liegt daran, dass du dich zu oft unterbrechen lässt. Dein Gehirn belohnt dich mit einem Glücksgefühl, wenn du etwas abschließt. Fehlt dieses Gefühl, entsteht Frust und der Eindruck, nicht genug getan zu haben – obwohl du eigentlich den ganzen Tag auf Trab warst.
Die Folgen von Multitasking für dich als Mama
Multitasking klingt nach Effizienz, hat aber seinen Preis – und den zahlst du als Mama oft doppelt. Hier sind die wichtigsten Nachteile.
Mehr Fehler
Wenn du versuchst, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, passieren Fehler. Das ist durch zahlreiche wissenschaftliche Experimente belegt (siehe Madore und Wagner, 2019). Aber ich bin mir ganz sicher, dass du das längst aus deinem Alltag kennst. Wenn du versuchst: gleichzeitig zuzuhören, zu kochen und eine Nachricht zu schreiben, dann verpasst du, was dein Partner erzählt, das Nudelwasser kocht über und erst nachdem du auf „Senden“ geklickt hast merkst du, dass die Autokorrektur in WhatsApp aus deiner Antwort sinnloses Kauderwelsch gemacht hat.
Das passiert nicht, weil du nicht zuhören, kochen oder schreiben kannst. Sondern weil das menschliche Gehirn sich darauf entwickelt hat jeweils nur eine Aufgabe auszuführen.
Erschöpfung
Stell dir vor, dein Gehirn ist wie ein Computer, der immer wieder Programme öffnen und schließen muss. Jedes Mal, wenn du zwischen Aufgaben springst – vom Wäsche falten zur Diskussion mit den Kindern, von der Einkaufsliste zur unbeantworteten Nachricht auf deinem Handy – läuft dein „Arbeitsspeicher“ voll.
Dieses ständige Öffnen neuer Programmen frisst Energie und hinterlässt dich erschöpft. Am Ende des Tages fühlst du dich, als wärst du einen Marathon gelaufen, nur dass der Marathon aus unzähligen kleinen Sprints bestand, die nie zu einem Ziel geführt haben. Du bist müde, gereizt und kannst kaum noch klar denken. All die offenen Aufgaben schwirren dir noch im Kopf herum und nehmen dir die Ruhe, die du dringend bräuchtest.
Konzentrationsprobleme
Wenn du versuchst, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, passiert es schnell, dass du den Faden verlierst. Ständige Ablenkungen sorgen dafür, dass du nur oberflächlich arbeitest. Du denkst, du liest eine Nachricht, aber eigentlich nimmst du nur die Hälfte davon wahr. Später erinnerst du dich nicht mehr daran, was du tun wolltest, oder vergisst, warum du in die Küche gegangen bist. Dein Gehirn gerät in einen ständigen Alarmzustand, weil es nie wirklich zur Ruhe kommt. Wie sollst du dich da noch konzentrieren? Langfristig wirkt sich das auch auf deine Gedächtnisleistung aus – und die endlose To-Do-Liste bleibt trotzdem genauso lang.
Weniger Zeit für dich
Wenn du versuchst, alles gleichzeitig zu schaffen, wird oft nichts richtig fertig. Und gerade weil deine To-Do-Liste noch sooo lang ist (Bügelwäsche türmt sich, die Kleidung, aus der dein Kind längst rausgewachsen ist, liegt noch im Kleiderschrank…) hast du das Gefühl, dass der Tag zu wenig Stunden hat. Wie sollst du es dann noch schaffen, dir Zeit für dich selbst zu nehmen?
Verminderte Kreativität
Kreativität entsteht oft in Momenten der Ruhe, wenn dein Gehirn Verbindungen zwischen verschiedenen Ideen herstellen kann. Wechselst du permanent zwischen Aufgaben hin und her, findet dein Gehirn keine Ruhe. Und dann fällt dir weder ein passendes Geschenk für den runden Geburtstag deiner Freundin ein noch hast du Spielideen für den nächsten Kindergeburtstag.
5 Wege aus der Multitasking-Falle
Wie kannst du der ständigen Ablenkung entkommen und wieder das Gefühl bekommen, wirklich etwas zu schaffen? Hier sind konkrete Impulse, die du als Mama umsetzen kannst.
Eins nach dem anderen – auch wenn es ungewohnt ist
Multitasking fühlt sich effizient an, ist es aber nicht. Dein Gehirn liebt Klarheit.
Wenn du spielst, dann spiel.
Wenn du kochst, dann koch.
Und wenn du eine Nachricht schreibst, dann schreib sie – ohne nebenbei fünf andere Dinge im Kopf zu jonglieren.
Tipp: Nutze die Pomodoro-Technik.
Arbeite 25 Minuten (oder weniger) konzentriert an einer Aufgabe und mache dann 5 Minuten Pause.
So schaffst du mehr und bleibst trotzdem entspannt.
Und wenn du schon dabei bist eins nach dem anderen zu machen, dann mach auch gleich die Ablenkungen kleiner. Ich weiß, das ist viel leichter gesagt als getan. Aber so wirkungsvoll!
Schalte Benachrichtigungen aus.
Leg dein Handy außer Sichtweite.
Und wenn nötig eine klare Ansage an deine Familie : „Ich brauche 30 Minuten Ruhe.“
Das ist kein Egoismus. Das ist Selbstschutz.
Plane mit festen Zeitblöcken
Dein Gehirn liebt Vorhersehbarkeit. Feste Zeitblöcke helfen dir, nicht ständig neu entscheiden zu müssen, was jetzt dran ist.
Zum Beispiel: Vormittags die Arbeit im Büro, mittags ein Spaziergang, nachmittags Zeit für die Kinder, abends die Mails checken und aufräumen. In diesen Zeitblöcken gehört deine Aufmerksamkeit nur dieser Aufgabe.
Fair-teile Aufgaben
Viele Mütter tragen viel zu viel allen. Dabei darfst du Aufgaben abgeben.
Im Job.
Zu Hause.
Im Kopf.
Lerne, Aufgaben (und ganze Aufgabenbereiche) an andere zu fair-teilen. Das bedeutet allerdings auch, dass du lernen darfst Kontrolle abzugeben. Vielleicht ist das Loslassen erst mal ungewohnt. Aber so schaffst du dir Raum für das, was wirklich wichtig ist.
Entscheide, was wirklich wichtig ist
Nicht alles muss heute (und schon gar nicht sofort) erledigt werden. Wenn du mit ToDo-Listen arbeitetest, markiere die wichtigsten Aufgaben. Noch besser: schreibe pro Tag nur 3-5 Punkte auf die Liste. Frage dich: Was muss wirklich heute gemacht werden? Was kann warten? Akzeptiere, dass einige Dinge warten können.
Wichtig sind immer die Pausen, damit du Kraft tanken kannst. Gönn dir Momente der Ruhe – ob mit einer Tasse Tee, einem kurzen Spaziergang oder einfach nur ein paar Minuten Durchatmen.
Achtsamkeit: Komm immer wieder im Jetzt an
Achtsamkeitsübungen können dir helfen, dich zu fokussieren. Denn wenn du im Hier und Jetzt bist, lässt du dich auch nicht von einer viel zu langen To-Do-Liste stressen.
Schon wenige Minuten täglicher Achtsamkeitspraxis können einen großen Unterschied machen.
Tipp: Dein Atem hat die Kraft, dich immer wieder ins Hier und Jetzt zu bringen.
Nimm dir immer mal wieder eine Minute Zeit, um drei tiefe Atemzüge zu nehmen.
Augen schließen und durch die Nase einatmen.
Kurz die Luft anhalten und dann durch den Mund ausatmen.
Es lohnt sich außerdem, wenn du am Ende des Tages kurz zurückblickst:
Was hat dir heute Energie gegeben?
Und wo hattest du das Gefühl , dich verloren zu haben.
Wenn du dir bewusst darüber wirst, wann dir bewusstes Fokussieren gelungen ist und wie du dich dabei gefühlt hast, dann wirst du auch kleine Gewohnheiten entwickeln können, die dir langfristig helfen mehr Präsenz im Alltag zu leben.
Fazit: Eins nach dem anderen
Liebe Mama, Multitasking mag wie eine Superkraft wirken, aber in Wahrheit raubt es dir Energie und Zeit. Gib dir die Erlaubnis, eine Sache nach der anderen zu tun. Wenn du dich bewusst auf eine Aufgabe konzentrierst, wirst du nicht nur mehr schaffen, sondern dich am Ende des Tages auch zufriedener und weniger erschöpft fühlen.
Du bist nicht dafür gemacht, alles gleichzeitig zu tun und das ist vollkommen in Ordnung. Weniger Multitasking heißt nicht weniger leisten, sondern mehr Lebensqualität für dich und deine Familie.
Vielleicht spürst du gerade:
Die 5 Wege aus der Multitasking-Falle sind wichtig und gleichzeitig fühlt es sich überwältigend an, sie alleine zu gehen.
Veränderung darf leicht beginnen. Und sie darf begleitet sein.
In meinem Mama-Coaching Herzverbunden schauen wir gemeinsam, wo du gerade stehst und was du jetzt wirklich brauchst.
Wenn du magst, buche dir ein kostenloses Kennenlerngespräch. Ganz ohne Verpflichtung, aber mit Raum für dich.






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