My Gravatar
Alle Jahre wieder: Was kommt in den Adventskalender für meine Kinder?

Alle Jahre wieder: Was kommt in den Adventskalender für meine Kinder?

Kaum ist Halloween vorbei, taucht schon die nächste Herausforderung auf: der Adventskalender.

Als Kind war das ein Highlight für mich. Jeden Morgen dieses kribbelige Gefühl, wenn man das nächste Säckchen öffnen durfte. Aber als Erwachsene wissen wir: Irgendjemand muss ja vorher etwas hineinpacken, bevor die Magie passieren kann. 😅

Und genau hier fängt der Stress oft an.

Kaum gebe ich bei Google „Adventskalender für Kinder befüllen“ ein, fühle ich mich von perfekt gestylten DIY-Ideen, Bastelanleitungen und nachhaltigen Mini-Geschenken erschlagen. Die anderen scheinen immer bessere Ideen und wahnsinnig viel Zeit für die Umsetzung zu haben.

Trotzdem will ich keinen fertigen Kalender aus dem Laden kaufen. Ich mag dieses Gefühl, etwas Eigenes zu gestalten, etwas, das zu uns passt. Und deshalb ist für mich ein Adventskalender mehr als nur 24 kleine Überraschungen. Es ist ein Ritual, das Freude, Verbindung und Vorfreude schenkt.

Seit vielen, vielen Jahren begleitet uns in der Adventszeit ein stabiler Drahtkalender mit selbst genähten Säckchen. In der ursprünglichen Variante genügte der Stoff nur für 24 Säckchen, so dass mein Mann und ich uns im Wechsel überraschten. Als die Kinder im entsprechenden Alter waren, gab’s natürlich eigene kleine Beutel für sie. Wir hielten an der Aufteilung von zwölf Säckchen pro Person fest. Der Vorteil daran ist, dass man auch jeweils nur zwölf Überraschungen vorbereitet.

Auch wenn die Anzahl der Überraschungen so schon mal halbiert ist, die alljährliche Frage bleibt: Was kommt diesmal in die Säckchen?

Wenn du dich das auch fragst und dabei lieber Freude statt Stress spüren willst, dann findest du hier Ideen, die sich an fast jede Familiensituation anpassen lassen und  leicht umzusetzen sind.

Ideen und Inspirationen zum Befüllen des Adventskalenders 

Bevor du dich in die Geschenkejagd stürzt: Ein Adventskalender muss kein Kunstprojekt sein. Es geht darum, deine Kinder zu erfreuen und dabei selbst den Spaß nicht zu verlieren.

Etwas, das man sowieso braucht

Klingt erstmal langweilig, ist es aber nicht, wenn du ein bisschen Kreativität reinsteckst. Kinder freuen sich über Alltagsdinge, wenn sie besonders daherkommen.

Bei uns waren es schon mal Socken mit Lieblingsmotiven: Fußball fürs eine Kind, Bagger fürs andere. Auch Haargummis und -spangen, Stifte, Aquarell- oder Acrylfarben, Badekugeln, Seife in Tierform oder Pflaster mit Motiven funktionieren super.

Schöner Nebeneffekt: Du sparst Geld (denn du hättest die Sachen sowieso gekauft), reduziert gleichzeitig unnötigen Kleinkram und dein Kind freut sich. Win-win-win!

Etwas, das sich aufbaut

Kinder lieben es, zu beobachten, wie etwas wächst oder entsteht. Zum Beispiel bei den Krippenszenen, die jeden Tag größer werden: Erst steht nur der Stall, dann ziehen die Tiere ein, Maria und Joseph machen sich auf dem Weg und an Weihnachten liegt dann Jesus in der Krippe. Wie wäre es also mit einem Kalender, der sich Tag für Tag zu etwas Ganzem zusammensetzt?

Ausmalbilder

Das eignet sich für kleine Kinder, die gerne malen. Schneide dafür ein großes Motiv in 24 kleine Teile und verteile sie auf die Säckchen. Jeden Tag darf ein Abschnitt ausgemalt werden.

Malen nach Zahlen

Ist dein Kind schon etwas älter und hat Spaß an der Arbeit mit Pinsel und Farben, kann Malen nach Zahlen eine schöne Variante sein.

Suche ein oder zwei Motive aus, die den Interessen deines Kindes entsprechen. Und dann verteilst du die Farbtöpfchen und die Leinwand auf ein paar Säckchen. Und ihr macht euch einen (oder mehrere) gemütlichen Nachmittage zum Ausmalen.

Du kannst es auch individueller gestalten. Und zwar indem du dir ein eigenes Malen nach Zahlen Motiv erstellst. Suche dir ein Motiv aus, das deinem Kind gefällt. Das kann ein Foto von eurer Familie, von einer tollen Aktivität im Sommerurlaub oder von Omas Hund sein. Es gibt viele Anbieter, bei denen du einfach ein Foto hochlädst und dann eine entsprechende Malvorlage mit Farben bekommst (einfach mal “malen nach zahlen personalisiert” googlen). 

Dein Motiv (Größe, Details, Anzahl der Farben) gibt den Schwierigkeitsgrad vor. Du kannst dein Motiv aber auch vorher bearbeiten, um einen Comic-Effekt zu erzielen und die Anzahl der verwendeten Farben zu reduzieren.

Familienpuzzle

Such dir ein schönes Foto aus diesem Jahr aus, lass daraus ein Puzzle machen. 500 Teile sind für Grundschulkinder ideal, ältere dürfen sich ruhig an 1000 Teilen versuchen. (z. B. 500 Teile = 20 pro Tag). Puzzle es vorher einmal und teile es in 24 kleine Häufchen, damit nichts verloren geht. So hat dein Kind jeden Tag ein kleines Puzzle, das sich später zu einem großen Bild zusammenfügt. 

Wenn dein Kind schon größer ist, kannst du die Teile auch unsortiert in den Adventskalender tun. 

Klemmbaustein-Sets

Ideal, wenn dein Kind gerne mit Klemmbausteinen spielt. Suche dir ein Set aus das zu den Interessen deines Kindes passt, und dann verteile die Steine so auf die Säckchen, dass dein Kind jeden Tag etwas bauen kann. 

Du erhöhst die Spannung, wenn du auch die Anleitung auf die Säckchen aufteilst. So weiß dein Kind am Anfang noch nicht, was am Ende entstehen wird.

Zeit statt Zeug

Nicht jeder Tag braucht ein Geschenk zum Anfassen. Manchmal ist gemeinsame Zeit das schönste Geschenk.

Du kannst kleine Hinweise oder Symbole in die Säckchen packen, die auf gemeinsame Aktivitäten hindeuten:

  • Ein Plätzchenförmchen für den Backnachmittag
  • Ein Stern aus Papier als Hinweis auf einen Filmabend
  • Ein Tannenzweig für den Spaziergang im Wald

Diese Variante erfordert ein bisschen Planung, aber sie schenkt Erinnerungen statt Dinge. Und du kannst so den Adventskalender mit Aktivitäten verbinden, die ihr sowieso machen würdet. Suche am besten Aktivitäten aus, die dafür sorgen, dass auch bei dir Weihnachtsstimmung aufkommt. 

Wichtelbesuch 

Immer mehr Familien lassen in der Adventszeit einen kleinen Wichtel einziehen. Mit Tür über die Fußleiste, Briefen und wintzigen Streichen.

Ich finde die Idee zauberhaft, aber ehrlich gesagt, erschien sie mir lange viel zu aufwendig. Mittlerweile gibt es jedoch einiges an Sets, die bereits Utensilien und Vorschläge für Streiche enthalten. Und ich habe im Bekanntenkreis gehört, dass manche Eltern beim Ausdenken der Streiche mindestens genauso viel Spaß haben wie ihre Kinder.

Wir haben einmal den Mira Adventskalender ausprobiert. Da ist MC Pieps, die rappende Maus aus dem fliegenden Haus, bei uns eingezogen. Die Umsetzung war denkbar einfach:

  • Die 24 Briefe ausdrucken, in Umschläge stecken und dann für den jeweiligen Tag bereitlegen.
  • An ein paar Tagen gab es kleine Extras, die etwas mehr Vorbereitung benötigten – aber alles absolut machbar.

Ist perfekt, wenn deine Kinder Mira, Kopernikus & Co. schon kennen. 

Nachhaltige & kreative Ideen

Wenn du Lust hast, etwas bewusster zu schenken, probiere diese Füllideen:

  • Kleine Bastelsets 
  • Geschichten in 24 Kapiteln (vorlesen oder selbst schreiben)
  • Handgeschriebene Zettel mit Ermutigungen
  • Saatbomben oder Blumensamen für den Frühling
  • Selbstgemachte Stempel aus Kork
  • Witz des Tages (Welche Kekse mögen Autos am liebsten? Parkplätzchen!)
  • Scherzfragen oder Zungenbrecher

So planst du den Adventskalender ohne Stress

Am 30. November stellst du fest, dass du weder alle 24 Kleinigkeiten beisammen hast noch weißt, wo du die Säckchen vom letzten Jahr verstaut hast. Been there, got the t-shirt! 😅

Damit es für dich entspannter läuft, kommen hier ein drei Tipps, wie du einen Adventskalender stressfrei vorbereitest.

Fang früh genug an und bleib realistisch

Ja, klingt banal, aber früh anfangen macht den größten Unterschied. Wenn du schon im November (oder noch früher) anfängst, kannst du in Ruhe Ideen sammeln, Material besorgen und dir sogar kleine DIY-Momente gönnen.

Stell dir auch die Frage, was du wirklich gut schaffen kannst, ohne dass die ganze Adventskalender-Aktion in Stress ausartet. Du darfst es dir leicht machen (auch das ist ein Aspekt der Selbstfürsorge). Wenn du magst, mische verschiedene Ideen: ein paar kleine Geschenke, ein paar gemeinsame Aktionen, ein paar liebe Zettel.

Setz dir ein Budget

Kleine Geschenke summieren sich schnell. Überleg dir vorher, wie viel du insgesamt ausgeben willst und halte dich daran. Wenn du wie wir jedes Jahr denselben Kalender benutzt (etwa Stoffbeutel, kleine Schachteln oder Gläser) wirkt sich das auch positiv auf dein Budget aus. Außerdem sparst du Zeit und Nerven, weil du dir eben nur noch über die Füllung Gedanken zu machen brauchst.

Behalte im Hinterkopf, dass es viele Dinge gibt, die nicht extra kosten: ein Spaziergang am Abend um Weihnachtslichter zu bestaunen oder ein Gutschein für eine Kakaoparty am Nachmittag.

Achte auf dein Kind

Was für die eine Familie perfekt ist, funktioniert bei der anderen gar nicht. Und nur weil im letzten Jahr etwas gut ankam, ist das keine Garantie für leuchtende Augen in diesem Jahr. Dein Kind und seine Vorlieben verändern sich mit der Zeit. 

Du kannst dein Kind auch ganz direkt fragen, ob es sich einen Kalender wünscht und wie es sich das vorstellt. So habe ich zum Beispiel erfahren, dass eines meiner Kinder gar keine Lust (mehr) auf Klemmbausteine hat, während es für das andere ein absolutes Muss ist. Wie gut, dass wir darüber sprachen! Ich war nämlich total unentschlossen, welches Set wohl für den diesjährigen Klemmbaustein-Muffel passend wäre. Jetzt kann ich in eine ganz andere Richtung denken und finde bestimmt etwas, das seine Augen zum Leuchten bringt.

Fazit: Das Wichtigste steckt nicht im Säckchen

Adventskalender gehören zu diesen kleinen Dingen, die große Wirkung haben. Sie machen die Zeit vor Weihnachten greifbar, schenken Vorfreude, Struktur und manchmal auch ein bisschen Chaos.

Was den Zauber ausmacht, ist eurer Miteinander. Dein Kind erinnert sich später nicht daran, ob das Papier farblich abgestimmt war oder ob du alle 24 Säckchen rechtzeitig befüllt hattest. Es erinnert an das Kribbeln morgens, das Rätseln, was wohl drin ist und an die gemeinsame Zeit.

Am Ende zählt nicht, womit du den Adventskalender befüllst, sondern wie ihr gemeinsam die Adventszeit erlebt.

Wer schreibt hier?

  • Ulrike Wolf

    ist Mama-Coach, Mutmacherin und Möglichmacherin.

    Sie begleitet Mütter dabei, aus dem Dauerstress des Alltags auszusteigen, ihre eigenen Bedürfnisse wieder wahrzunehmen und echte Verbundenheit im Familienleben zu schaffen. Dabei greift sie auf eigene Erfahrungen als Mutter zweier Kinder, fundierte Coaching-Methoden und ihr Wissen zur Nervensystemregulation zurück.

    WebsiteInstagram

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Mit einem freien Kopf entspannt einschlafen

Ein Schaf liegt auf dem Mond und schläft friedlich.

Frisch gebloggt:

  • Selbstfürsorge für Mütter: Wie kannst du im Familienalltag gut für dich selbst sorgen?
    Es gab eine Zeit, da habe ich einfach funktioniert. Der Wecker klingelte, ich stand auf, machte Frühstück, füllte Brotdosen, organisierte, tröstete, dachte mit. Mit dem Kopf immer schon beim nächsten Thema, während ich innerlich noch gar nicht richtig da war. Meine Tage waren dicht getaktet. Und irgendwo zwischen Familie, To-do-Listen und Erwartungen habe ich mich selbst verloren.
  • Play drücken, Pause fühlen: Gemeinsames Hörspiel-Hören im Familienalltag
    Der Tag war lang. Ein Stress im Büro, viele Gedanken noch im Kopf. Dann schnell die Kinder von der Nachmittagsbetreuung abholen und plötzlich liegt er vor uns: der Nachmittag.  Da ist Müdigkeit. Und gleichzeitig winken schon die nächsten ToDos: Fussballtraining, Einkaufen, Abendessen vorbereiten.  Aber jetzt brauchen wir alle erst einmal eine Pause.
  • Jahresrückblick 2025: Schritt für Schritt stimmiger
    Während ich den Jahresrückblick 2025 schreibe, merke ich: Dieses Jahr fühlt sich nicht nach großen Meilensteinen an. Sollte es auch gar nicht, da es unter dem Motto “Schritt für Schritt” stand. Und so habe ich eine Fuß vor den anderen gesetzt, mich sortiert und auch bewusst Sachen weggelassen.
  • Glaubenssätze auflösen: 3 Schritte und 6 Methoden
    Ich hatte mir fest vorgenommen, eine Pause zu machen. Ein Viertelstunde nur für mich mit meinem Lieblingstee auf dem Sofa. Ich goss gerade das Wasser in den Becher und da hörte ich es: das Piep der der Spülmaschine. „Ach, ich räume sie nur schnell aus“, dachte ich.
  • Alle Jahre wieder: Was kommt in den Adventskalender für meine Kinder?
    Als Kind war das ein Highlight für mich. Jeden Morgen dieses kribbelige Gefühl, wenn man das nächste Säckchen öffnen durfte. Aber als Erwachsene wissen wir: Irgendjemand muss ja vorher etwas hineinpacken, bevor die Magie passieren kann. 😅

Frisch kommentiert: